{"id":11693,"date":"2018-05-09T23:00:21","date_gmt":"2018-05-09T21:00:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=11693"},"modified":"2018-05-09T23:00:21","modified_gmt":"2018-05-09T21:00:21","slug":"schlechtere-noten-fuer-frauen-und-migranten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/examen\/schlechtere-noten-fuer-frauen-und-migranten\/","title":{"rendered":"Schlechtere Noten f\u00fcr Frauen und Migranten"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-5126 alignleft\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/MP900431333.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Das Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen gab eine <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/59352\/3927436\" target=\"_blank\">Studie in Auftrag<\/a>, die die Notenvergabe von rund 20.000 Juristen, welche ihr erstes und zweites Staatsexamen zwischen 2006 und 2016 in NRW ablegten, untersuchten. Hintergrund ist eine Studie von 2014, die Benotungsunterschiede je nach Geschlecht und Herkunft feststellte. Die Autoren Andreas Gl\u00f6ckner von der Fernuniversit\u00e4t Hagen, Emanuel Towfigh von der EBS Universit\u00e4t Law School und Christian Traxler von der Hertie School of Governance best\u00e4tigen in ihrer nun erneuten Studie diese Ergebnisse.\u00a0<!--more--><\/p>\n<p>Das Pr\u00e4dikatsexamen, also ein Punktwert von mindestens 9 Punkten, ist f\u00fcr eine sp\u00e4tere erfolgreiche Karriere fast unabdingbar. Doch besteht hier ein gro\u00dfer Geschlechterunterschied. Frauen erreichen diese Schwelle um ganze 12% weniger als M\u00e4nner, Migranten sogar um 70%! Das betrifft auch in Deutschland geborene Pr\u00fcflinge, die einen fremdsprachigen Namen haben.<\/p>\n<p>Insgesamt schneiden Frauen im ersten Examen um 0,29 Punkte und im zweiten um 0,14 Punkte schlechter ab. Bei Migranten sind es 1,42 Punkte im ersten und 1,31 Punkte im zweiten juristischen Staatsexamen.<\/p>\n<p style=\"border:1px solid; padding: 5px; margin: 2px 0px 10px 0px; line-height: 150%\">\n\t\t\t\tDie RefNews sind das Blog von Juristenkoffer.de - einem der ersten und mit weit mehr als 35.000 zufriedenen Kunden einem der gr\u00f6\u00dften Vermieter von Kommentaren in Deutschland. Bist Du bereits Rechtsreferendar, hast Dir aber noch keinen Juristenkoffer reserviert? Dann informiere Dich jetzt \u00fcber unser Angebot und <a href=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/angebot.php?rel=textartikelrefnews\" target=\"_blank\">sichere Dir schnell Deine Examenskommentare<\/a>!\n\t\t\t\t<\/p>\n<p>Deuten diese Ergebnisse auf eine Form der Diskriminierung hin? Erkl\u00e4ren kann die Studie dieses Resultat nicht. K\u00f6nnen Frauen zum Beispiel mit Stresssituationen schlechter umgehen? Oder schneiden Migranten aufgrund von Sprachdefiziten schlechter ab? Man wei\u00df es nicht. Was jedoch auff\u00e4llt ist, dass bei dem Geschlechtereffekt die Zusammensetzung der Pr\u00fcfungskommission bei der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung eine Rolle spielt. Verglichen wurden die Ergebnisse von Pr\u00fcflingen, die im schriftlichen Teil die gleiche Klausurnote erhielten. Besteht die dreik\u00f6pfige Kommission nur aus M\u00e4nnern, sinkt f\u00fcr Frauen die Aussicht um 2,3 Prozentpunkte, die n\u00e4chsth\u00f6here Notenschwelle zu erreichen. An den Schwellen zu 9,0 und 11,5 Punkten sind es sogar 6%. Befindet sich aber zumindest eine Frau in der Kommission, ist die Chance f\u00fcr Frauen und M\u00e4nner gleich. Der <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/juristische-pruefung-diskriminierung-von-frauen-und-migranten-15560024.html\" target=\"_blank\">Autor Christian Traxler<\/a> sagt hierzu: &#8222;Das ist bemerkenswert, weil sich f\u00fcr diesen Befund praktisch keine Erkl\u00e4rung denken l\u00e4sst, die auf sachliche Beurteilungskriterien zur\u00fcckgeht.&#8220; So pl\u00e4dieren die Studienautoren f\u00fcr die Teilnahme von Pr\u00fcferinnen, damit eine geschlechtsneutrale Beurteilung gew\u00e4hrleistet ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen gab eine Studie in Auftrag, die die Notenvergabe von rund 20.000 Juristen, welche ihr erstes und zweites Staatsexamen zwischen 2006 und 2016 in NRW ablegten, untersuchten. Hintergrund ist eine Studie von 2014, die Benotungsunterschiede je nach Geschlecht und Herkunft feststellte. 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