{"id":11438,"date":"2017-09-06T10:54:25","date_gmt":"2017-09-06T08:54:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=11438"},"modified":"2017-09-06T10:55:11","modified_gmt":"2017-09-06T08:55:11","slug":"die-weiterbildung-zum-fachanwalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/nach-dem-referendariat\/die-weiterbildung-zum-fachanwalt\/","title":{"rendered":"Die Weiterbildung zum Fachanwalt"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-7486\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/MP9004422071-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Fakt ist: Die meisten Juristen werden nach dem 2. Examen den Beruf als Rechtsanwalt bzw. Rechtsanw\u00e4ltin ergreifen. Auch wenn man im Studium und Referendariat zum Generalisten ausgebildet wird, ist es heute \u00fcblich, nicht als \u201eFeld-, Wald- und Wiesenanwalt\u201c zu arbeiten, sondern sich mit einer Fachanwaltschaft zu spezialisieren. Man sollte sich also fr\u00fchzeitig mit dieser Form der Weiterbildung intensiv besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>Informationen findet man im Internet ohne Probleme \u2013 beispielsweise auf dem Portal <a href=\"http:\/\/www.fachanwalt.de\">www.fachanwalt.de<\/a>, das sich an Rechtssuchende (mit einer Suchfunktion, den passenden Fachanwalt zu finden) und an Juristen (mit Informationen zur Weiterbildung als Fachanwalt sowie vieler rechtsgebietsbezogener Infos) gleicherma\u00dfen richtet. So werden unter anderem die Unterschiede von einer Fachanwaltschaft einerseits und den Interessen- bzw. T\u00e4tigkeitsschwerpunkten eines Anwalts andererseits gut dargestellt: <!--more-->Denn um den potentiellen Mandanten eine Spezialisierung zu vermitteln, ist es bereits vor dem Erwerb einer offiziellen Fachanwaltschaft erlaubt, bis zu f\u00fcnf Rechtsgebiete als sogenannte \u201eInteressensschwerpunkte\u201c zu nennen, f\u00fcr die man sich besonders interessiert und in denen man als Anwalt gern t\u00e4tig werden m\u00f6chte. Hat man sich mindestens zwei Jahre lang nachhaltig mit bestimmten Rechtsgebieten befasst, darf man diese nach au\u00dfen hin als sogenannte \u201eT\u00e4tigkeitsschwerpunkte\u201c angeben.<\/p>\n<p><strong>Was spricht f\u00fcr den Erwerb eines Fachanwaltstitels? <\/strong><\/p>\n<p>Ihr werdet Profi auf einem bestimmten Rechtsgebiet und weist Euch daher mit einem breiten Fachwissen mit viel praktischer Erfahrung aus. So k\u00f6nnt Ihr auf Eurem Rechtsgebiet auch komplizierte und komplexe F\u00e4lle oder besondere Sachverhalte kompetent bearbeiten. Meist werdet Ihr ja schon w\u00e4hrend des Studiums bzw. Referendariats festgestellt haben, wo Eure besonderen Interessen liegen. Diese k\u00f6nntet Ihr dann als Fachanwaltschaft zu Euren T\u00e4tigkeitsfeldern machen. 23 Fachanwaltschaften stehen Euch daf\u00fcr zur Verf\u00fcgung. So zum Beispiel Erbrecht, Verkehrsrecht, Strafrecht und Insolvenzrecht, um nur einige zu nennen. Die beliebtesten Gebiete derzeit sind Arbeitsrecht, Familienrecht und Steuerrecht. Eher weniger gew\u00e4hlt werden die Rechtsgebiete Internationales Wirtschaftsrecht, Agrarrecht und Vergaberecht.<\/p>\n<p>Laut einer <a href=\"http:\/\/www.brak.de\/statistiken\/\">\u00dcbersicht der Bundesrechtsanwaltskammer<\/a> sieht das \u201eRanking\u201c bei der Wahl der Fachanwaltschaften (mit Stand: 01.01.2017) folgenderma\u00dfen aus:<\/p>\n<ul>\n<li>Arbeitsrecht: 10.370<\/li>\n<li>Familienrecht: 9.516<\/li>\n<li>Steuerrecht: 4.944<\/li>\n<li>Verkehrsrecht: 3.814<\/li>\n<li>Miet- und Wohnungseigentumsrecht: 3.566<\/li>\n<li>Strafrecht: 3.448<\/li>\n<li>[\u2026]<\/li>\n<li>Vergaberecht: 145<\/li>\n<li>Internationales Wirtschaftsrecht: 124<\/li>\n<li>Migrationsrecht: 14<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Wahl der f\u00fcr Dich \u201erichtigen\u201c Fachanwaltschaft h\u00e4ngt nat\u00fcrlich zu allererst von Deinen Interessen ab. Bist Du in dieser Hinsicht flexibel, haben die weit verbreiteten Fachanwaltschaften zwar den Nachteil, dass man mit vielen anderen Anw\u00e4lten konkurriert; diese Rechtsgebiete sind als Fachanwaltschaften aber gerade deshalb so beliebt, weil es in der Praxis viele F\u00e4lle gibt, f\u00fcr die ein spezialisierter Jurist beauftragt wird. Andersherum hat man sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal in seiner Region, wenn man sich f\u00fcr eine kleine Fachanwaltschaft entscheidet. Der Fachanwaltstitel zahlt sich aber m\u00f6glicherweise deutlich weniger aus, weil es auch weniger Streitigkeiten in dem jeweiligen Rechtsgebiet gibt.<\/p>\n<p>Unser Tipp: Startest Du demn\u00e4chst in Dein Berufsleben, achte stets darauf, welche Fachanwaltschaften demn\u00e4chst neu eingef\u00fchrt werden sollen. So ist beispielsweise die Fachanwaltschaft f\u00fcr Migrationsrecht erst seit 2016 eine m\u00f6gliche Spezialisierung und in die Fachanwaltsordnung (FAO) aufgenommen worden. Auf diesem Gebiet gibt es f\u00fcr die Vielzahl von F\u00e4llen in der Praxis derzeit noch recht wenige Fachanw\u00e4lte.<\/p>\n<p><strong>Gibt es auch Argumente gegen den Erwerb eines Fachanwaltstitels? <\/strong><\/p>\n<p>Unserer Ansicht nach gibt es eigentlich keinen Grund, auf den Erwerb von Fachanwaltschaften als Zeichen der Spezialisierung zu verzichten. Sicherlich muss man sich dar\u00fcber im Klaren sein, dass man dann genau f\u00fcr die fachanwaltsbezogenen Rechtsgebiete \u2013 aber nicht dar\u00fcber hinaus \u2013 als Spezialist angesehen wird. Hat man zum Beispiel die Fachanwaltschaften f\u00fcr Arbeitsrecht und Verkehrsrecht erworben, muss man damit leben, dass sich nahezu kein Mandant in die Kanzlei verirren wird, der ein strafrechtliches Problem hat. Man muss sich also bereits zu Beginn der Weiterbildung genauestens \u00fcberlegen, welche Fachanwaltschaften man auf Kanzleischild und Briefpapier f\u00fchren m\u00f6chte und dass man haupts\u00e4chlich in diesen Rechtsgebieten ein Leben lang arbeiten wird.<\/p>\n<p><strong>Wie wird man Fachanwalt?<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem das Jurastudium und das Referendariat erfolgreich absolviert wurden und Ihr mindestens drei Jahre als Anwalt zugelassen seid, kann mit der Zusatzausbildung zum Fachanwalt begonnen werden.<\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/www.fachanwalt.de\/magazin\/ueber-fachanwaelte\/\">Weiterbildung zum Fachanwalt<\/a> setzt sich dabei aus drei Stufen zusammen: Als erstes ist ein Fachanwaltslehrgang mit mindestens 120 Stunden und einigen Klausuren vorgesehen. Es folgt eine Fallliste, d.h. es muss der Rechtsanwaltskammer eine bestimmte Anzahl an in den letzten drei Jahren bearbeiteten F\u00e4llen aus dem gew\u00e4hlten Fachgebiet nachgewiesen werden. Beendet wird die Weiterbildung meist mit einer m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung.<\/p>\n<p>Voraussetzung f\u00fcr das Weiterf\u00fchren des Fachanwaltstitels ist eine j\u00e4hrliche Fortbildungspflicht, die mindestens 15 Zeitstunden umfassen muss. Doch so bleibt Ihr immer auf dem neusten Stand und es wird zu jeder Zeit von Euch eine kompetente Beratung gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n<p>Auch wird der Titel Fachanwalt durch die Rechtsanwaltskammer verliehen und ist gesetzlich gesch\u00fctzt, daher seid Ihr nicht \u201enur\u201c ein Spezialist oder Experte auf einem Rechtsgebiet. So beweist Ihr ganz offiziell Euer theoretisches und praktisches Fachwissen, das von jedem anerkannt wird. F\u00fchrt Ihr diesen Titel nicht, bezeichnet Euch aber als Profi auf einem Gebiet, kann das zu Verwirrung, Verwechslung und einem Beweisen Eurer Fachkenntnis f\u00fchren. Mit dem Fachanwaltstitel seid Ihr also auf der sicheren Seite.<\/p>\n<p><strong>Was Euch als einen guten Fachanwalt wirklich ausmachen wird!<\/strong><\/p>\n<p>Es darf nicht vergessen werden, Ihr arbeitet nicht nur mit Paragraphen, sondern auch mit Menschen. Daher ist neben hervorragendem fachlichen Wissen und viel praktischer Erfahrung eine hohe Sozialkompetenz von h\u00f6chster Bedeutung. Denn das Vertrauen zwischen (Fach)Anwalt und Mandant bildet die Basis Eurer Arbeit. Nur wenn das Zwischenmenschliche passt, k\u00f6nnt Ihr Euren Mandanten auch anwaltlich gut vertreten. F\u00fcr potenzielle Mandanten ist es enorm wichtig sich ernst genommen zu f\u00fchlen, auf ein offenes Ohr mit viel Geduld und ohne Zeitdruck und einem st\u00e4ndigen Blick auf die Uhr, zu treffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fakt ist: Die meisten Juristen werden nach dem 2. Examen den Beruf als Rechtsanwalt bzw. Rechtsanw\u00e4ltin ergreifen. 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