{"id":11376,"date":"2017-07-28T11:00:06","date_gmt":"2017-07-28T09:00:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=11376"},"modified":"2017-07-28T13:14:05","modified_gmt":"2017-07-28T11:14:05","slug":"baai-baai-suid-afrika-ein-jahr-vergeht-so-schnell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/ausland\/baai-baai-suid-afrika-ein-jahr-vergeht-so-schnell\/","title":{"rendered":"Baai baai Suid-Afrika: ein Jahr vergeht so schnell"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7091\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/MP900438586.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Anfang Juli 2016 bin ich f\u00fcr den einj\u00e4hrigen LL.M.-Studiengang nach S\u00fcdafrika aufgebrochen. Ja, 2016 war das\u2026gar nicht so lange her k\u00f6nnte man meinen. Der Kalender sagt aber: das war vor einem JAHR! Denn mittlerweile schreiben wir Juli 2017 und das Auslandsjahr ist vorbei. Ende Juni bin ich wieder nach Deutschland zur\u00fcckgekehrt, allerdings nicht ohne zuvor noch eine ausgiebige Rundreise unternommen zu haben. Doch der Reihe nach.<\/p>\n<p><strong>Die langen Semesterferien<\/strong><\/p>\n<p>Die Klausuren vom ersten Semester fanden Ende Oktober 2016 statt und im November bekam ich Besuch von einer Freundin. Ende November musste ich dann leider umziehen, da die Unterkunft in der ich bis dato gewohnt habe, verkauft wurde. Gl\u00fccklicherweise fand ich \u00fcber eine Freundin, die selbst umziehen musste, schnell eine geeignete Unterkunft f\u00fcr das restliche halbe Jahr. Mittlerweile war auch der Sommer in S\u00fcdafrika da und einige (manchmal vielleicht etwas zu viele) Wine Tastings rundeten das s\u00fc\u00dfe Leben ab. Parallel schrieb ich aber auch an der Masterarbeit. Im Januar bekam ich dann erneut Besuch von einer Freundin aus Deutschland und wir reisten 3 Wochen durch S\u00fcdafrika die Garden Route entlang und verbrachten am Ende noch einige Tage in Kapstadt.\u00a0<!--more--><\/p>\n<p><strong>Das zweite LL.M.-Semester<\/strong><\/p>\n<p>Im Februar starteten dann die Vorlesungen f\u00fcr mein zweites LL.M.-Semester. Im M\u00e4rz bekam ich f\u00fcr 2 Wochen erneut Besuch aus Deutschland (wahrscheinlich ging das Semester darum auch so schnell rum, weil in der zweiten H\u00e4lfte viel Besuch kam und ich selbst auch am Reisen war). In beiden Kursen musste ich in diesem Semester im April <em>Assignments<\/em> schreiben (letztes Semester war das nur in einem Kurs der Fall, denn im anderen Kurs war lediglich eine Pr\u00e4sentation zu halten) und Anfang Mai auch in beiden Kursen \u00fcber das jeweilige <em>Assignment<\/em>-Thema eine Pr\u00e4sentation halten. Meine 4-st\u00fcndigen Abschlussklausuren waren Ende Mai und die Ergebnisse gab es mittlerweile auch schon und ich habe beide Kurse bestanden. Die Frist f\u00fcr die Notenbekanntgabe (nicht nur der Klausurnoten sondern auch der Gesamtnote f\u00fcr das Modul) war Mitte Juli und online standen die Noten sogar noch eine Woche vorher\u2026also recht zackig wenn man es mit dem deutschen Studium vergleicht. \ud83d\ude09 Die Endnote in beiden Kursen setzt sich jeweils aus der Note auf das <em>Assignment<\/em>, der Pr\u00e4sentation, der Beteiligung im Unterricht und der Abschlussklausur zusammen. Jeder Kurs muss als Endnote aus den genannten Einzelleistungen mit insgesamt mindestens 50% absolviert werden, wobei in der Abschlussklausur jedoch mindestens 40% erreicht werden m\u00fcssen. Die Kurse waren also bestanden, aber wie sieht es mit der Masterarbeit aus, die ja auch erfolgreich bew\u00e4ltigt werden muss um sich k\u00fcnftig mit einem LL.M. hinter dem Namen schm\u00fccken zu d\u00fcrfen!?<\/p>\n<p><strong>Die Masterarbeit<\/strong><\/p>\n<p>Die Masterarbeit habe ich kurz vor knapp vor dem R\u00fcckflug in der finalen Version an der Uni eingereicht. Von meinem <em>Supervisor<\/em> bekam ich erst im Juni (ich hatte gehofft, das Ganze noch vor den Klausuren im Mai erledigen zu k\u00f6nnen) das &#8222;OK&#8220; um einreichen zu k\u00f6nnen (zuvor hat er bereits einige kleinere \u00c4nderungsw\u00fcnsche gehabt, die ich umgesetzt und ihm die Version dann erneut geschickt habe), da er leider eine zeitlang beruflich sehr eingespannt und unterwegs war. Aber es hat ja alles noch rechtzeitig hingehauen. Die Benotung der Masterarbeit ist noch offen, denn neben meinem<em> Supervisor<\/em> wird die Masterarbeit noch von 2 weiteren Personen bewertet. Bestanden ist die Masterarbeit aber auf jeden Fall, so viel wei\u00df ich schon sicher und damit ist f\u00fcr mich gedanklich auch der LL.M. erfolgreich abgehakt \u2013 es fehlt also nur noch das St\u00fcck Papier auf dem es steht, aber das gibt es erst zum Jahresende. Die Note der Masterarbeit hat theoretisch sogar noch recht viel Zeit, da die <em>Graduation<\/em> nur einmal im Jahr im Dezember stattfindet und f\u00fcr uns Juli-LL.M.-Starter somit auch die Frist Ende September f\u00fcr die Abgabe der Masterarbeit relevant ist. Einige Studenten nutzen diese Frist auch (gewollt oder ungewollt) aus. Mir war jedoch wichtig, dass ich die Masterarbeit nicht mit nach Deutschland nehme, da ich weder Zeit (und noch weniger Lust) habe mich von hier aus noch weiterhin damit zu befassen. Wenn ich S\u00fcdafrika verlasse, wollte ich auch den LL.M. insoweit komplett erledigt haben. Wann genau es die Note f\u00fcr die Masterarbeit f\u00fcr mich gibt h\u00e4ngt nun davon ab, wie schnell oder langsam die Korrektoren sind. Ich sch\u00e4tze mal im August d\u00fcrfte die Note feststehen. Falls jemand zur\u00fcck in Deutschland seiner Bewerbung den Nachweis f\u00fcr das LL.M.-Studium beilegen m\u00f6chte (insbesondere da viele in meinem LL.M.-Jahr bereits das 2. Examen hatten als sie sich f\u00fcr den LL.M. entschieden haben), stellt die Uni auch eine Bescheinigung aus, dass mit einer <em>Graduation<\/em> im Dezember zu rechnen ist, es allerdings auch erst dann das Zeugnis gibt.<\/p>\n<p><strong>Der letzte Monat in S\u00fcdafrika<\/strong><\/p>\n<p>Zum Ende meines Studiums ist in S\u00fcdafrika der Winter angekommen\u2026und ja: es ist kalt im Winter in S\u00fcdafrika und nein, mit kalt meine ich nicht 25+ \u00b0C und Sonnenschein wie es viele hier in Deutschland dachten (\u201each, hat es jetzt nur 25 Grad anstatt \u00fcber 30 Grad?\u201c -_- sch\u00f6n w\u00e4re es gewesen, aber nein: absolut nicht). Es regnet sehr viel, ist kalt (~ 12 Grad), oft auch sehr st\u00fcrmisch und da die Unterk\u00fcnfte baulich nicht der deutschen Bauweise entsprechen (Stichwort: dichte Fenster\/T\u00fcren etc.) und nicht \u00fcber eingebaute Heizsysteme verf\u00fcgen ist es auch im Zimmer oft sehr kalt (die mobilen Heizst\u00e4nder taugen nicht wirklich viel), so dass ich auf jeden Fall immer mit W\u00e4rmflasche ins Bett ging. Ich war glaube ich auch noch nie so oft und teilweise auch sehr stark erk\u00e4ltet wie in diesem Jahr in S\u00fcdafrika.<\/p>\n<p>Nach den Klausuren hatte ich noch einen kompletten Monat, bevor es wieder nach Deutschland ging. Und da die letzten Wochen in S\u00fcdafrika nicht im Zimmer hockend vom Wetter getr\u00fcbt werden sollten, unternahm ich mit einer Freundin noch eine Rundreise mit dem Mietwagen an die Ostk\u00fcste S\u00fcdafrikas, nach Swasiland und Lesotho. Von der Planung her passte es zeitlich perfekt, allerdings hatte ich nach der Rundreise nur noch einen richtigen Tag, um meine Sachen f\u00fcr Deutschland zu packen\/insgesamt in der Unterkunft klar Schiff zu machen, die Masterarbeit auszudrucken und einzureichen, einige Leute nochmal zu treffen (einige habe ich dann gar nicht mehr sehen k\u00f6nnen, weil es so hektisch wurde \ud83d\ude41 ) und insgesamt war das alles etwas stressig \u2013 aaaaaaaaber es hat irgendwie dann doch alles geklappt. Im Flieger bin ich dann allerdings doch recht schnell eingenickt\u2026gerade die lange Rundreise davor, die war toll aber auch anstrengend war, hatte ich noch gar nicht richtig verarbeiten k\u00f6nnen, weil es ja direkt weiterging. Ob ich zur <em>Graduation<\/em> im Dezember wieder nach S\u00fcdafrika fliegen werde \u00fcberlege ich momentan noch. Das werde ich wohl recht spontan entscheiden. Ich kann jetzt noch nicht genau sagen, wie es dann zeitlich bei mir aussehen wird \u2013 aber vor allem auch finanziell\u2026von daher behalte ich auch die Flugpreise im Auge und gucke wie sie sich entwickeln. \ud83d\ude09 Wenn man nicht bei der <em>Graduation<\/em> dabei ist wird einem das Zeugnis sonst aber auch zugeschickt. Alternativ kann man auch jemanden nettes vor Ort damit beauftragen (Gru\u00df an L&amp;M \ud83d\ude42 ) das Zeugnis mit nach Deutschland zu bringen.<\/p>\n<p><strong>Abschlie\u00dfendes Fazit <\/strong><\/p>\n<p>R\u00fcckblickend verging die Zeit wie im Fluge, besonders das zweite Semester und somit die erste Jahresh\u00e4lfte 2017 war erschreckend schnell vorbei. Bereits einige Zeit vor und dann auch auf dem R\u00fcckflug hatte ich nicht das Gef\u00fchl ein Jahr in S\u00fcdafrika gewesen zu sein. Auch die Verabschiedungen waren so unwirklich und ich hatte \u2013 vielleicht auch weil ich gerade von einer Rundreise kam \u2013 eher das Gef\u00fchl \u201eok, jetzt packst du wieder und bist unterwegs, siehst aber alle bald wieder (zum n\u00e4chsten Semester).\u201c Als ich das erste Mal nach einem Jahr wieder meine Wohnung betrat kam es mir auch \u00fcberhaupt nicht so vor, als wenn ich l\u00e4ngere Zeit nicht hier war. Nachdem die Kisten aus dem Keller wieder hochgeholt und alles einger\u00e4umt war, war es ein Gef\u00fchl, als w\u00e4re ich nie weggewesen. Ver\u00e4nderungen in der Nachbarschaft oder in der sonstigen Umgebung hatte man auch recht schnell erfasst. Was mir anfangs zu schaffen machte war allerdings der Rechtsverkehr, da ich mittlerweile doch ziemlich im Linksverkehr drin war (vor allem da ich in S\u00fcdafrika eigentlich t\u00e4glich mit dem Auto gefahren bin).<\/p>\n<p>Wie in jedem Auslandsjahr gab es H\u00f6hen und Tiefen, wobei die H\u00f6hen wohl bei den meisten deutlich \u00fcberwiegen (das hoffe ich jedenfalls \ud83d\ude09 ). Ich hatte unglaublich tolle Ausfl\u00fcge, tolle Leute vor Ort (von denen ich hoffe einige auch in Zukunft schnellstm\u00f6glich wiederzusehen \ud83d\ude42 ) und insgesamt sehr viel Spa\u00df. Auch die Wohnsituation (an beiden Unterk\u00fcnften) hat mir sehr gut gefallen, da man immer jemanden zum quatschen um die Ecke hatte und der Tagesrythmus sowieso nicht vergleichbar mit dem Tagesablauf hier zur\u00fcck in Deutschland ist. Bei mir machte sich im zweiten Semester allerdings auch oft eine Unlust breit, denn das Studieren zog sich gef\u00fchlt wie ein Kaugummi und ich hatte darauf einfach absolut keine Lust mehr. Mehr und mehr hat sich dann verst\u00e4rkt, dass es alles sch\u00f6n so war, es aber auch reicht.<br \/>\nFlora und Fauna in dem Land sind wundersch\u00f6n, aber dass ich sagen w\u00fcrde \u201ehierhin m\u00f6chte ich auswandern\u201c: nein, das k\u00f6nnte ich nicht sagen und dieses Gef\u00fchl hatte ich dort auch nie (was z.B. bei meinem Aufenthalt in Malaysia damals zur Wahlstation anders war, denn dort h\u00e4tte ich mir durchaus vorstellen k\u00f6nnen &#8211; vielleicht nicht f\u00fcr immer, aber doch f\u00fcr etwas l\u00e4ngere Zeit &#8211; zu leben). Mit deutschem Gehalt lebt man in S\u00fcdafrika f\u00fcrstlich, aber ansonsten hat das Land eben nicht nur Urlaub und Safaris zu bieten und im Alltag abseits einer Urlaubsrundreise ist man dann teilweise doch stark eingeschr\u00e4nkt ist (Sicherheitslage!). Zunehmend gest\u00f6rt hat mich zudem, dass es (selbst im s\u00fcdafrikanischen Sommer) recht fr\u00fch dunkel wird und man dann immer ein eigenes Auto oder Taxi braucht und nicht einfach so mal 100m zu Fu\u00df gehen kann\/soll \u2013 und das \u201esoll\u201c ist wirklich w\u00f6rtlich ernst zu nehmen, da in dem Jahr auch vielen Studenten bestohlen und ausgeraubt wurden. Proteste an der Universit\u00e4ten und kulturelle Konflikte waren leider auch h\u00e4ufiger an der Tagesordnung und der traurige H\u00f6hepunkt zum Ende meines Jahres war dann der Tod einer Studentin von meiner Universit\u00e4t, die mit ihrem Freund im Auto unterwegs war und das Auto attackiert wurde: sie selbst wurde vergewaltigt und anschlie\u00dfend get\u00f6tet, ihr Freund kam mit schwersten Kopfverletzungen ins Krankenhaus. Wenn man die Nachrichten im Land genauer verfolgt ist es erschreckend was stellenweise passiert (z.B. stiegen die F\u00e4lle get\u00f6teter Farmer in diesem Jahr erschreckend stark an) und dass das Motto \u201ebetter safe than sorry\u201c durchaus ernst zu nehmen ist, wenn man dort das komplette Leben mitnimmt und nicht von einer gebuchten Hotel-Unterkunft zur n\u00e4chsten unterwegs ist. Ich habe es daher mehr und mehr stark vermisst einfach um 20 Uhr auch noch ohne Pfefferspray (oder \u00fcberhaupt) auf die Stra\u00dfe gehen und einen Spaziergang machen zu k\u00f6nnen &#8211; was von den Temperaturen oftmals sehr gut m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, leider war es aber bereits dunkel. \u00a0Vor allem habe ich besonders in der letzten Jahresh\u00e4lfte auch vermisst, keine richtige Wohnung (insbesondere keine richtige K\u00fcche und kein anst\u00e4ndiges Bett) zu haben \u2013 das war aber nat\u00fcrlich auch dem Studentendasein und meiner Wohnsituation dort geschuldet und damit konnte ich mich insgesamt noch am ehesten arrangieren, weil es auf absehbare Zeit war. Aber ich habe mich dann auch wirklich wieder auf meine Wohnung gefreut. Zum LL.M.-Beginn war es noch toll jeden Tag essen zu gehen, aber mit der Zeit wurde auch das nur noch reine Routine und man a\u00df auch meist dieselben Dinge \u2013 ich hatte z.B. gegen Ende das totale Verlangen nach einer Lasagne, aber eine richtig gute Lasagne habe ich dort nie gehabt und selber kochen war mangels Ofen nicht m\u00f6glich. Da der LL.M. dann auch beendet war, h\u00e4tte ich vor Ort ja auch keine weitere Aufgabe gehabt und irgendwie muss es ja auch weitergehen &#8211; von daher war der Zeitpunkt nach Hause zu gehen alles in allem dann auch der richtige Zeitpunkt. Trotz der negativen Eindr\u00fccke, die man aber wohl in jedem Land auf der Welt in welcher Form auch immer erfahren d\u00fcrfte, hatte ich aber eine wirklich tolle Zeit mit Erlebnissen, die ich nicht missen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Das LL.M.-Jahr war somit zeitlich ein optimaler Rahmen und ich bereue die Entscheidung, einen LL.M. (erst) nach dem 2. Examen gemacht zu haben, daher auf keinen Fall. Nach wie vor mag ich es total gerne andere Ecken auf der Welt kennenzulernen \u2013 besonders, wenn man diese auch l\u00e4nger und nochmal ganz anders erleben kann als nur f\u00fcr einen kurzen touristischen Urlaub. Auch vor diesem Jahr habe ich schon viele Gelegenheiten genutzt um nochmal l\u00e4nger \u201erauszukommen\u201c. Ich habe auch noch einige Orte auf meiner Liste, die ich gerne bereisen m\u00f6chte \u2013 ob es allerdings nochmal mit einem derart langen Aufenthalt klappen wird wage ich zu bezweifeln. Ich denke, dass es sich in Zukunft leider \u201enur\u201c noch auf Urlaube beschr\u00e4nken wird. Was ich jedoch definitiv nicht vermissen werde ist das Studentenleben. Ich kann nicht einsch\u00e4tzen, ob es nach dem 1. Examen anders gewesen w\u00e4re, aber nach dem 2. Examen und einiger Zeit im Berufsleben wieder zur Uni zu gehen war f\u00fcr mich nicht nur ungewohnt, sondern bereitete mir auch allersp\u00e4testens schon nach der zweiten Vorlesungswoche keine Freude mehr und stellte eine echte Herausforderung (motivationsm\u00e4\u00dfig) dar. Gl\u00fcck hatte ich, dass zu meinem Semesterstart viele meiner deutschen LL.M.-Kommilitonen auch bereits das 2. Examen absolviert und tlw. schon etwas gearbeitet hatten und somit insgesamt auch \u00e4lter waren \u2013 und es ging dann vielen von uns nach einiger Zeit doch recht \u00e4hnlich was die Einstellung zur Uni und dem Studentendasein anging. Nach dem ersten Examen h\u00e4tte jetzt das Referendariat auf mich gewartet und darauf h\u00e4tte ich absolut keine Lust. Das Lernen soll vorbei sein und so bin ich auch froh, dass ich hier nicht direkt weiter f\u00fcr ein weiteres Examen lernen muss, sondern zur\u00fcckkomme und \u201efertig\u201c bin. Insofern war der LL.M. nach dem 2. Examen f\u00fcr mich definitiv eine gute Entscheidung. Ich konnte nicht nur vorher schon Geld ansparen, um mir das Auslandsjahr leisten zu k\u00f6nnen, sondern ich komme auch zur\u00fcck und kann gucken wie es weitergeht&#8230;und auf jeden Fall hat die Zukunft nichts mit in Vorlesungen sitzen und <em>Assignments<\/em> oder Klausuren schreiben zu tun. Andererseits kann das LL.M.-Studium nat\u00fcrlich f\u00fcr viele nach dem 1. Examen die belohnte Auszeit f\u00fcr das jahrelange Studium und den ersten Abschluss sein und einem nochmal einen richtigen Motivationsschub f\u00fcr das anstehende Referendariat geben, da man neue Power getankt und mal eine zeitlang vom deutschen Jura-System abgeschaltet hat. Von daher muss jeder selbst sehen, zu welchem Zeitpunkt es am besten f\u00fcr ihn passt. Aber eines kann ich definitiv sagen: Macht es! Die Zeit vergeht so schnell und die Erfahrungen die man macht sind einmalig. Solltet ihr nur ansatzweise das Interesse und die M\u00f6glichkeit haben ein LL.M.-Studium im Ausland (oder generell einen l\u00e4ngeren Auslandsaufenthalt) zu absolvieren, dann nehmt sie wahr. Ihr werdet ein Leben lang von diesem Jahr profitieren und kein Jahr \u201everlieren\u201c, sondern ein Jahr mit unglaublich vielen Erfahrungen erleben, was mit der Aussicht auf weitere 30-40 Jahre in denen ihr im Beruf arbeiten werdet den Kohl an Arbeitsjahren nicht fett macht. F\u00fcr Berufe in der freien Wirtschaft sieht der LL.M. zudem auch noch nett hinter dem Namen aus. Selbst wenn es euch aber z.B. in den \u00d6ffentlichen Dienst verschl\u00e4gt: ihr solltet es aus der freien \u00dcberzeugung machen eine zeitlang im Ausland leben zu wollen und nicht in erster Linie mit dem Gedanken ob der Titel einem &#8222;etwas bringt&#8220; oder nicht. Wer nur auf seinen Lebenslauf bedacht ist, alles nur nach Schema F macht in der Hoffnung den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen beruflichen Nutzen zu ziehen, wird wohl weniger Spa\u00df an der Sache haben und sich auch nicht wirklich drauf einlassen k\u00f6nnen. Die Erfahrung und das Einlassen auf etwas Neues und Unbekanntes in einem fremden Land ein Jahr zu studieren und zu leben, die Kultur\/Politik hautnah zu erleben und den Start in diesem fremden Land dem Grunde nach alleine zu beginnen und neue Kontakte aus Eigeninitiative zu kn\u00fcpfen sollte meines Erachtens der st\u00e4rkte Anreiz sein &#8211; und an zweiter Stelle kann dann ja auch ruhig stehen &#8222;und einen netten Titel gibt es auch noch dazu.&#8220; \ud83d\ude09 Die berufliche M\u00f6glichkeit sp\u00e4ter (f\u00fcr eine Weile) im Ausland zu arbeiten ist f\u00fcr Juristen recht ungewiss, von daher ist der LL.M. ideal, um eine Zeit im Ausland zu verbringen und dabei eine Zusatzqualifikation zu erwerben. Stellen im Ausland f\u00fcr deutsche Juristen gibt es zwar auf dem Arbeitsmarkt, allerdings sind diese rar ges\u00e4t und auch eure Zukunftsplanung wird sich sicherlich noch vielfach \u00e4ndern und auch an die private Situation (zumindest zu einem Teil) anpassen. Und wer sich vorstellen kann beruflich einige Zeit im Ausland zu verbringen, f\u00fcr den ist der LL.M. dann umso optimaler um auch erstmal auszutesten, ob er vielleicht nicht doch eher st\u00e4ndig heimwehgeplagt ist und sich das ganz anders vorgestellt hat.<\/p>\n<p>Also: <strong>AUF IN DIE WELT!!!<\/strong> \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Ich sage hiermit <em>baaie dankie<\/em> an alle die mich in diesem Jahr begleitet haben und ich w\u00fcnsche allen die aktuell noch im Ausland sind oder ihr LL.M.-Jahr bald antreten eine supertolle, spannende Zeit.<\/p>\n<p>Liebe Gr\u00fc\u00dfe,<\/p>\n<p>Emily*<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang Juli 2016 bin ich f\u00fcr den einj\u00e4hrigen LL.M.-Studiengang nach S\u00fcdafrika aufgebrochen. Ja, 2016 war das\u2026gar nicht so lange her k\u00f6nnte man meinen. Der Kalender sagt aber: das war vor einem JAHR! Denn mittlerweile schreiben wir Juli 2017 und das Auslandsjahr ist vorbei. Ende Juni bin ich wieder nach Deutschland zur\u00fcckgekehrt, allerdings nicht ohne zuvor [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":43,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1230],"tags":[],"class_list":["post-11376","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ausland"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11376","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/43"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11376"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11376\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11387,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11376\/revisions\/11387"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11376"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11376"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11376"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}