{"id":10982,"date":"2016-11-25T11:13:04","date_gmt":"2016-11-25T09:13:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=10982"},"modified":"2016-11-24T14:09:26","modified_gmt":"2016-11-24T12:09:26","slug":"das-erste-ll-m-semester","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/ausland\/das-erste-ll-m-semester\/","title":{"rendered":"Das erste LL.M.-Semester"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-10240\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/MP900400744.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>\u2026ist schon vorbei. Und es f\u00fchlt sich einerseits so an, als w\u00e4re ich noch gar nicht wirklich lange hier, aber andererseits ist die ganze Umgebung und der Alltagsablauf auch so normal geworden, dass es mir manchmal schon deutlich l\u00e4nger vorkommt als \u201eerst\u201c 4,5 Monate die ich in S\u00fcdafrika bin.<\/p>\n<p>Als ich ankam war hier gerade Winter und nach wie vor kann es abends ab und an recht frisch werden. Man merkt aber, dass der Sommer nun mit gro\u00dfen Schritten heranschreitet und die Tage am Strand\/Pool werden h\u00e4ufiger. Bald kann man hoffentlich ins Wasser h\u00fcpfen, ohne die ersten Sekunden in eine Schockstarre zu geraten. \ud83d\ude00<\/p>\n<p><strong>Halbzeitfazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Semester hat mir im Gro\u00dfen und Ganzen gut gefallen und ich habe es bisher noch keine Sekunde bereut, mich noch f\u00fcr den LL.M-Studiengang entschieden zu haben. Womit ich mich nach wie vor nicht so richtig anfreunden kann ist allgemein wieder zur Uni zu gehen. Das Studentenleben ist \u201eok\u201c, aber den richtigen Mega-Spa\u00df und die gro\u00dfe Freude wieder theoretische Sachen zu lernen und zu Vorlesungen zu gehen (und Klausuren zu schreiben) habe ich nicht. <!--more-->F\u00fcr den \u00fcberschaubaren Zeitraum von einem Jahr: ideal, aber mehrere Jahre w\u00fcrde ich es nicht mehr machen wollen (daf\u00fcr habe ich mich dann doch auch zu sehr daran gew\u00f6hnt, Geld zu verdienen). Was nat\u00fcrlich positiv ist, ist die Flexibilit\u00e4t und Freizeit die man als Student wieder hat \u2013 das ist (gerade in einem fremden Land, in dem es viel zu erkunden und erleben gibt) nat\u00fcrlich ideal. Man bekommt halt doch nochmal eine ganz andere Perspektive mit und es ist etwas v\u00f6llig anderes, als nur mal kurz als Tourist seinen Urlaub hier zu verbringen.<\/p>\n<p><strong><em>Das LL.M.-Studium<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Module sind leider \u00fcberwiegend zivilrechtlich gepr\u00e4gt, was ich etwas schade finde. Thematisch fand ich das eine gew\u00e4hlte Modul sehr gut und hatte auch Spa\u00df daran. Das andere Modul war leider f\u00fcr mich mehr oder weniger ein Griff ins Klo, da ich es die meiste Zeit als sehr z\u00e4h und langatmig empfand.<\/p>\n<p>Die Vorlesungen unterscheiden sich von den deutschen Jura-Vorlesungen am st\u00e4rksten darin, dass der Unterricht hier viel verschulter und die Gruppengr\u00f6\u00dfe deutlich kleiner ist. Studenten bekommen konkrete \u201eHausaufgaben\u201c (Seiten x-y lesen: mal mehr oder weniger je nach Kurs) und\/oder w\u00f6chentliche <em>Essay Questions<\/em> oder ein <em>Assignment<\/em> schreiben, eine Pr\u00e4sentation halten etc. Die Endnote in einem Modul setzt sich auch nicht nur aus der Klausur zusammen; diese macht meist nur ca. 50% der Endnote aus. Die andere H\u00e4lfte der Note berechnet sich je nach Kurs aus einem Assignment und\/oder einer Pr\u00e4sentation u.\u00e4. Ein Modul ist bestanden, wenn die Gesamtnote 50% betr\u00e4gt, wobei in der Klausur mindestens 40% erreicht werden m\u00fcssen. Meine Klausuren fanden Ende Oktober statt und waren 4-st\u00fcndige <em>open book<\/em>-Klausuren, d.h. dass ich Material mit in die Klausur nehmen durfte. Das mag jetzt erstmal total toll klingen, aber sooo viel Zeit hat man dann doch nicht, um in der Klausur alles erst noch nachzulesen. Man muss schon in etwa wissen wo was steht und was man konkret sucht. Ich empfand es dennoch als beruhigend zu wissen, dass ich das Material dabei habe und drauf zur\u00fcckgreifen kann. Vor den Klausuren war ich \u2013 wohl auch weil ich ziemlich last-minute mit dem Lernen angefangen habe \u2013 dann doch etwas\u2026hmm, ich will es nicht nerv\u00f6s nennen, aber sagen wir mal ich hatte etwas &#8222;Respekt&#8220; vor den Klausuren. Zum Einen weil es schon Ewigkeiten her ist, seit ich das letzte Mal eine Klausur geschrieben habe und zum Anderen, weil man ja doch nicht wei\u00df, wie das Ganze hier abl\u00e4uft. Auch wenn die \u00e4lteren LL.M.\u2019ler (also \u00e4lter in dem Sinne, dass es f\u00fcr sie bereits das zweite Semester war, weil sie zum Januar mit dem Studium begonnen haben und sie daher schon wussten wie der Hase l\u00e4uft) sagen \u201ewer das dt. Examen bestanden hat, hat hier \u00fcberhaupt kein Problem und braucht sich keine Sorgen machen\u201c, ist man ja doch unsicher, wie viel oder wenig man wirklich wissen muss und wie man das Ganze zu Papier bringt, damit die Klausur bestanden ist. Aber die Klausuren waren wirklich gut zu bewerkstelligen, wie ich dann an den Ergebnissen gesehen habe (auch wenn das Gef\u00fchl direkt nach der Klausur erstmal nicht so gut war). Anfang dieser Woche gab es dann die (End-)Noten f\u00fcr die Module und so konnte man sp\u00e4testens ab diesem Tag ruhigen Gewissens in die Ferien starten und muss sich bis Ende Januar\/Anfang Februar nicht mehr mit Jura befassen\u2026.es sei denn, man f\u00e4ngt mit der Masterarbeit an. \ud83d\ude00<\/p>\n<p><em><strong>Pl\u00e4ne f\u00fcr die Semesterferien<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Das n\u00e4chste Semester beginnt erst wieder am 31.1.17 mit dem \u201e<em>First Meeting<\/em>\u201c, bei dem die Kurse vorgestellt werden. Die Vorlesungen starten dann in der darauffolgenden Woche, in der man sich wieder einiges probeweise anh\u00f6ren kann, bevor man sich endg\u00fcltig f\u00fcr die Module entscheidet. Bis dahin habe ich also theoretisch &#8222;frei&#8220;&#8230;.theoretisch. Die kommenden Wochen werde ich n\u00e4mlich schon versuchen an der Masterarbeit zu schreiben (entweder fr\u00fch morgens und ab nachmittags dann das gute Wetter genie\u00dfen oder aber tags\u00fcber unterwegs sein und erst am sp\u00e4ten Nachmittag anfangen an der Masterarbeit zu schreiben: da muss ich mal zusehen, dass ich einen Rhythmus finde, vllt. wechsel ich auch je nach t\u00e4glicher Lust und Laune). Meinen <em>Supervisor<\/em> und das Thema habe ich vor Kurzem noch einmal gewechselt, was auch noch problemlos noch m\u00f6glich war. Bis Anfang Dezember m\u00f6chte mein <em>Supervisor<\/em> aber ein <em>Proposal<\/em> zugeschickt bekommen (ich lege also dar, was ich mir vorstelle und was das Ziel der Arbeit ist) und bis Ende Januar m\u00f6chte er einen Gro\u00dfteil der Arbeit sehen und nicht nur die Einf\u00fchrung. Die Masterarbeit soll zudem bis Juni komplett (abgabefertig) sein (theoretisch h\u00e4tten wir sogar bis September Zeit, da unsere <em>Graduation<\/em> eh erst im Dezember 2017 stattfinden wird; allerdings m\u00f6chte ich nach der R\u00fcckkehr in Deutschland nicht noch an der Masterarbeit sitzen und mein <em>Supervisor<\/em> hat halt auch zur Bedingung gemacht, dass die Arbeit bis Juni wirklich fertig ist). Da er auch eine gewisse Zeit braucht, um die Arbeit zu lesen\/korrigieren und man davon ausgehen kann, dass mehr oder weniger gro\u00dfe \u00c4nderungen immer nochmal notwendig sind, wollte ich daher schon zusehen, dass ich in diesem Jahr noch m\u00f6glichst viel daran schreibe, um sie dann hoffentlich im M\u00e4rz soweit &#8222;fertig&#8220; an ihn schicken zu k\u00f6nnen. Ich bekomme im Januar n\u00e4mlich noch Besuch, mit dem ich etwas das Land bereisen m\u00f6chte und auch f\u00fcr den M\u00e4rz hat sich noch einmal Besuch aus Deutschland angek\u00fcndigt. Die Abschlussklausuren sind schon ab Mai und das n\u00e4chste Semester wird daher gef\u00fchlt gar nicht so lang bzw. anders ausgedr\u00fcckt: es bleibt einfach nicht mehr soo viel Zeit \u00fcbrig, um dann noch intensiv w\u00e4hrend des Semesters an der Masterarbeit zu schreiben (zumal das kommende Semester vom Wetter auch deutlich besser wird und ich daher m\u00f6glichst wenig Zeit in der Bibliothek verbringen m\u00f6chte). Auch finanziell w\u00e4re es etwas zu viel geworden, wenn ich in diesem Jahr noch gro\u00dfe Reisen machen w\u00fcrde (die sind n\u00e4mlich schon im n\u00e4chsten Jahr geplant). In der (n\u00e4heren) Umgebung gibt es zudem viele sch\u00f6ne Dinge zu erkunden und einige Kommilitonen sind auch noch hier. Die restlichen Wochen 2016 werden also sicherlich schnell vergehen und es wird bestimmt nicht gro\u00dfartig Langeweile aufkommen. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Dass sich das Semester nun dem Ende neigt zeigt sich nicht nur auf dem Campus, sondern in der gesamten Stadt. Es wird deutlich \u00fcberschaubarer was die Studentenanzahl angeht, daf\u00fcr trifft man immer mehr auf Touristen(-gr\u00fcppchen). Demn\u00e4chst sind auch die Wiederholungsklausuren, die einige Studieng\u00e4nge anbieten, vorbei und dann wird es wohl nochmal deutlich(!) leerer in der Stadt sein. Die einheimischen Studenten fahren \u00fcber die Semesterferien nach Hause und viele internationale Studenten reisen f\u00fcr einige Zeit durchs Land bzw. dann auch ganz nach Hause, wenn sie nur ein Auslandssemester hier studiert haben.<\/p>\n<p><em><strong>Was sonst so passiert ist<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Seit Anfang diesen Monats habe ich mir ein Auto f\u00fcr mehrere Monate gemietet und ich kann nur sagen: ich liebe es! Auch wenn es vorher auch (relativ) gut m\u00f6glich war von A nach B zu kommen, erlebe ich jetzt doch nochmal ein neues Freiheitsgef\u00fchl. Man ist einfach deutlich spontaner, nochmal viel mehr unterwegs und es ist viel praktischer, als sich immer erst zu beratschlagen, wer\/wann von wo mit dem Uber startet und die anderen an einem zentralen Punkt abholt. Anfang November hatte mich auch eine Freundin aus Deutschland f\u00fcr 2,5 Wochen besucht und wir haben das Auto dann mit vielen Ausfl\u00fcgen (u.a. nach Hermanus, Kap Agulhas, Kapstadt etc.) auch direkt gut eingeweiht. Einzig bei Schotterstra\u00dfen (die als solche tlw. erst erkennbar sind, wenn man kurz vor der Auffahrt ist) w\u00e4re ein gr\u00f6\u00dferes Auto von deutlichem Vorteil. Aber gut, auch mit 20 km\/h kommt man irgendwann ja mal ans Ziel. \ud83d\ude00<\/p>\n<p>Und wie es nun einmal nicht ausbleibt, gab es auch leider nicht so tolle Erlebnisse\u2026eines davon war, dass mir Ende September pl\u00f6tzlich mitgeteilt wurde, dass ich noch in diesem Jahr aus der Unterkunft ausziehen muss. Das Zimmer hatte ich eigentlich bis n\u00e4chsten Sommer gemietet; das Haus wurde jedoch spontan verkauft. Das Ganze kam sehr \u00fcberraschend (auch f\u00fcr die Vermieter, die nicht Eigent\u00fcmer des Hauses sind und auch ausziehen m\u00fcssen) und zeitlich auch recht ung\u00fcnstig, da ich zu der Zeit nicht nur krank war, sondern an der Uni auch einiges zu tun hatte und mich gedanklich neben den Klausuren und dem Besuch aus Deutschland der Anfang November f\u00fcr 2.5 Wochen kam pl\u00f6tzlich noch um eine neue Unterkunft k\u00fcmmern musste. Gl\u00fccklicherweise fand ich dann aber durch Zufall sehr schnell eine neue passende Bleibe und ziehe nun kommende Woche um.<\/p>\n<p>Und damit verabschiede ich mich nun auch in die Semesterferien. Euch noch ein paar sch\u00f6ne Restwochen 2016 (es kommt mir gar nicht so vor, als wenn sich das Jahr schon dem Ende neigt und auch Weihnachtsstimmung kommt bei ca. 27-30 Grad nicht wirklich auf &#8211; auch wenn in den Superm\u00e4rkten teilweise Weihnachtslieder gespielt werden). Zum Semesterstart 2017 lasse ich dann wieder von mir h\u00f6ren. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Viele Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p>Emily*<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026ist schon vorbei. Und es f\u00fchlt sich einerseits so an, als w\u00e4re ich noch gar nicht wirklich lange hier, aber andererseits ist die ganze Umgebung und der Alltagsablauf auch so normal geworden, dass es mir manchmal schon deutlich l\u00e4nger vorkommt als \u201eerst\u201c 4,5 Monate die ich in S\u00fcdafrika bin. 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