{"id":10778,"date":"2020-09-11T08:25:04","date_gmt":"2020-09-11T06:25:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=10778"},"modified":"2020-09-09T12:47:22","modified_gmt":"2020-09-09T10:47:22","slug":"erfahrungsbericht-wahlstation-bei-noerr-in-london","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wahlstation\/erfahrungsbericht-wahlstation-bei-noerr-in-london\/","title":{"rendered":"Erfahrungsbericht: Wahlstation bei Noerr in London"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7091\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/MP900438586.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Jana Baumann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Corporate bei Noerr, hat Ihre Wahlstation in Ihrer Lieblingsstadt London absolviert. In ihrem Erfahrungsbericht erf\u00e4hrst Du mehr \u00fcber Ihre spannende Zeit in einer der gr\u00f6\u00dften Wirtschaftsmetropolen, Tipps f\u00fcr Deine Auslandsstage inklusive.<\/p>\n<p>Ganz bewusst habe ich mich fr\u00fchzeitig bei Noerr f\u00fcr die Wahlstation in London beworben, da ich die Stadt einfach liebe und das B\u00fcro die einzigartige M\u00f6glichkeit bietet, zwar englischsprachig, aber doch im deutschen Recht t\u00e4tig zu werden. Dies r\u00fchrt daher, dass Noerr mit seinem Londoner B\u00fcro gar nicht erst versucht, in Konkurrenz zu den gro\u00dfen englischen Kanzleien zu treten, indem Noerr nun auch im englischen Recht beriete. Vielmehr tritt Noerr ganz bewusst als deutsche Kanzlei auf dem englischen Markt auf und fokussiert sich auf die Beratung englischer Mandanten bei grenz\u00fcberschreitenden Transaktionen oder sonstigen Gesch\u00e4ften mit Deutschlandbezug.<!--more--><\/p>\n<p>Das Londoner B\u00fcro befindet sich im 40. Stock eines ehemaligen Bankengeb\u00e4udes im Bankendistrikt zwischen B\u00f6rse und Liverpool Street Station. Ein Vorteil des B\u00fcros liegt damit auf der Hand. Jeden Tag und bei jeder Wetterlage bietet sich ein gro\u00dfartiger Blick \u00fcber die Londoner City, der auch nach drei Monaten seinen Reiz nicht verliert. Ein weiterer Vorteil der zentralen Lage ist, dass man nach Feierabend schnell \u00fcberall hinkommen kann. Insbesondere liegen Shoreditch und Hoxton, zwei Stadtteile, in denen sich etwa f\u00fcr den Feierabenddrink zahlreiche Bars und Clubs finden, nur einen kurzen Fu\u00dfmarsch entfernt. Allerdings gibt es eigentlich in jedem Winkel Londons besondere Bars und Ausgehm\u00f6glichkeiten \u2013 f\u00fcr jeden Geschmack ist etwas dabei, ob man nun die altehrw\u00fcrdige britische Spelunke oder moderne oder hippe L\u00e4den bevorzugt.<\/p>\n<p>Ein weiterer gro\u00dfer Vorteil des B\u00fcros ist seine Gr\u00f6\u00dfe. Mit gerade einmal vier Anw\u00e4lten\/-innen und insgesamt nur 14 Arbeitspl\u00e4tzen herrscht eine angenehme pers\u00f6nliche Stimmung. Man f\u00fchlt sich gleich wohl und als Teil des Teams. Als solches bietet sich auch ab und an die wohl einzigartige Gelegenheit, die Anw\u00e4lte auf Marketingveranstaltungen oder zu anderen Terminen zu begleiten; so durfte ich w\u00e4hrend meiner Zeit etwa mal mit zu einer von einer Best-Friends-Kanzlei gesponserten Modenschau sowie einigen anderen Empf\u00e4ngen. Soweit sich die Gelegenheit bietet, ist aber auch ein Gerichtsbesuch m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die Aufgaben sind sehr abwechslungsreich, der Schwerpunkt der T\u00e4tigkeit liegt aber doch im Gesellschafts- und Insolvenzrecht, so dass eine gewisse Affinit\u00e4t zu diesen Bereichen, insbesondere M&amp;A, Venture Capital oder Restrukturierungen, nicht schadet. Da insbesondere Private Equity Investoren zum Mandantenstamm geh\u00f6ren, bin ich w\u00e4hrend meiner Zeit etwa bei den vielf\u00e4ltigen Aufgaben rund um die grenz\u00fcberschreitende Akquise ganzer Unternehmensgruppen eingebunden worden. Ferner wird aber auch die Zusammenarbeit mit Kollegen anderer Standorte gro\u00dfgeschrieben; so arbeitet man w\u00e4hrend seiner Zeit im Londoner B\u00fcro auch mal Kollegen aus Berlin oder Frankfurt zu und trifft auch zahlreiche Noerr-Anw\u00e4lte anderer Standorte, die nur f\u00fcr Gerichts- oder Mandantentermine kurz in der Stadt sind. Auch wenn im B\u00fcroalltag viel Deutsch gesprochen wird, ist die offizielle B\u00fcrosprache Englisch, da auch einige Muttersprachler dort arbeiten. Auch die Arbeitsergebnisse sind in der Regel in englischer Sprache abzufassen.<\/p>\n<p>Vielleicht noch ein paar Tipps, wenn Ihr ein Praktikum oder eine Station in London absolvieren solltet: Lasst Euch nicht von dem allgemein hohen Preisniveau, insbesondere auch die hohen Mieten in London abschrecken. Des Weiteren gilt: F\u00fcr die meisten Londoner ist ein langer Commute von etwa einer Stunde die Regel; alles in Zone 2 ist absolut normal und gut zu bew\u00e4ltigen. Ich w\u00fcrde Euch aber nicht empfehlen viel weiter drau\u00dfen zu wohnen. Das, was man an Miete spart, zahlt man bei den Tickets wieder drauf und je l\u00e4nger der Weg in die Stadt ist, desto gr\u00f6\u00dfer die Verlockung, an einem freien Tag auch mal nicht in die Stadt zu fahren. Und das w\u00e4re wirklich schade, wo die Stadt so viel zu bieten hat. Neben den Einkaufsm\u00f6glichkeiten ist insbesondere das kulturelle Angebot schier unersch\u00f6pflich und zwar ganz egal, ob das Herz f\u00fcr die Kunst, die Musik, das Schauspiel oder den Tanz schl\u00e4gt. Mein pers\u00f6nlicher Tipp abseits der gut ausgetrampelten Wege etwa w\u00e4re der Besuch der Westminster Abbey am Mittwochabend zur Evensong-Messe. Und wenn Ihr London bereits gut erkundet habt, bieten sich auch immer wieder Tagesausfl\u00fcge an, ob nach Cambridge, Oxford oder Brighton, in die Harry Potter Studios oder zum Hampton Court Palace. Falls Ihr vor Ort den Kontakt zu anderen Referendaren sucht, gibt es auf Facebook eine entsprechende Gruppe. Ansonsten k\u00f6nnt Ihr einfach den Referendar der Rechts- und Konsularabteilung der Botschaft anschreiben, da diesem traditionell die Aufgabe zukommt, die Referendarstammtische zu organisieren. Je nachdem, wer dieses Amt gerade bekleidet, finden diese Stammtische h\u00e4ufiger oder seltener statt, in der Regel aber doch alle zwei Wochen.<\/p>\n<p>Zusammenfassend, kann ich eine Station in London jedem nur w\u00e4rmstens ans Herz legen! Es ist eine tolle Gelegenheit, diese faszinierende Stadt einmal intensiver kennen zu lernen.<\/p>\n<div style=\"padding: 10px; border: 1px solid #0860A8; margin-top: 0px; background-color: #e6e6e6;\">Dieser Artikel erschien erstmals\u00a0am 16.06.2016 als Blogbeitrag auf clavisto.\u00a0clavisto ist das Talentprogramm\u00a0f\u00fcr\u00a0exzellente Nachwuchsjuristen (m\/w) und vernetzt Dich mit Top-Kanzleien. 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