{"id":10441,"date":"2016-02-11T08:51:56","date_gmt":"2016-02-11T06:51:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=10441"},"modified":"2016-02-16T01:51:35","modified_gmt":"2016-02-15T23:51:35","slug":"i-am-back-again-emily-goes-abroad","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/ausland\/i-am-back-again-emily-goes-abroad\/","title":{"rendered":"I am back again! &#8211; Emily goes abroad (Teil 1)"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-10240\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/MP900400744.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Oder: Was will die denn wieder hier im Blog?<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Hallo lieber Leser,<\/p>\n<p>fast 2 Jahre ist es her, dass ich die juristische Ausbildung mit dem 2. Examen abgeschlossen habe und frohen Mutes dachte: &#8222;Nie wieder juristische Klausuren schreiben.&#8220; Tja, zu fr\u00fch gefreut. Denn so ganz lie\u00df sich mein Fernweh nicht verbergen und der Wunsch, nochmal f\u00fcr etwas l\u00e4ngere Zeit in einem v\u00f6llig fremden Land zu leben, kam immer st\u00e4rker zum Ausdruck. Und so habe ich vor einigen Monaten die Entscheidung gef\u00e4llt und beschlossen: ich mache einen LL.M. (und seitdem geht es mir richtig gut &#8211; die Vorfreude w\u00e4chst ins Unermessliche \ud83d\ude42 ). Und was w\u00e4re so eine Zeit, zur\u00fcck ins juristische Studentenleben, wenn ich dabei nicht wieder bloggen w\u00fcrde? Das bloggen w\u00e4hrend der Ref-Zeit hier auf diesem Portal hat mir sehr viel Spa\u00df gemacht und vielleicht begleitet mich der ein oder andere damalige Leser jetzt auch w\u00e4hrend meinem neuen Abenteuer. Ich bin also (blogm\u00e4\u00dfig) zur\u00fcck &#8211; aber dann bald auch (\u00f6rtlich) wieder weg. \ud83d\ude00<!--more--><\/p>\n<p><strong>Die Entscheidung f\u00fcr das LL.M.-Studium<\/strong><br \/>\n&#8222;H\u00e4hhhh? LL.M.? Was ist das denn und wozu braucht man das? Du hast doch jetzt schon 2 Examen!?&#8220; So oder so \u00e4hnlich lauteten die Reaktion einiger Mitmenschen (die aber oftmals mit der Juristerei auch nichts am Hut haben; man kann ihnen ihre Reaktion daher auch nicht ver\u00fcbeln). Der LL.M. (<em>lat. Legum Magister\/Magistra<\/em>: ja gut, ich gebe zu: das habe ich als Nicht-Lateinerin gerade vorsichtshalber doch nochmal nachgeguckt, damit ich es wirklich richtig schreibe *g*) oder auch <em>Master of Law<\/em> genannt, ist &#8211; wie letzteres deutlicher zum Ausdruck bringt &#8211; ein juristischer Masterabschluss. Ob man den &#8222;braucht&#8220; ist letztlich eine Frage des Geschmacks: das kommt darauf an, was man machen m\u00f6chte. Es geht nat\u00fcrlich auch ohne und der LL.M. ist nirgendwo zwingend vorgeschrieben (gerade bei gr\u00f6\u00dferen Kanzleien jedoch oft neben\/anstelle einer Promotion als Zusatzqualifikation erw\u00fcnscht). Schaden tut er aber in jedem Fall nicht, denn was der LL.M. am meisten bringt ist sicher die Erweiterung des eigenen Horizonts und Verbesserung der Sprachkenntnisse, da man \u00fcber l\u00e4ngere Zeit in einem fremden Land lebt.<\/p>\n<p>Wenn ich in wenigen Worten erkl\u00e4ren m\u00fcsste wie ich pers\u00f6nlich den LL.M. am einfachsten beschreiben w\u00fcrde, dann w\u00fcrde das in etwa so lauten: &#8222;Wie ein Erasmusjahr&#8230;nur oftmals au\u00dferhalb Europas absolviert und mit einem Abschluss&#8220;. Machen wir uns nichts vor: egal ob Top-Elite-Uni in den USA oder &#8222;Surfer&#8220;-LL.M. in Australien: ja, man geht zur Uni. Ja, man hat dort Vorlesungen und ja, man hat auch &#8222;Hausaufgaben&#8220; (Referate, Vortr\u00e4ge, Klausurvorbereitungen) und liest wohl auch oft regelm\u00e4\u00dfiger schon w\u00e4hrend des Semesters und mehr als man es in Dtl. tut (was schon an der anderen Strukturierung und dem Ablauf des jur. Studium in case-law-L\u00e4ndern liegt) &#8211; aber es soll ja auch kein komplettes Urlaubsjahr sein. \ud83d\ude09 Insgesamt d\u00fcrfte (zumindest ist mir pers\u00f6nlich niemand bekannt) das LL.M.-Jahr noch gen\u00fcgend Zeit \u00fcbrig lassen, um auch ausreichend die Freizeit zu genie\u00dfen, Aktivit\u00e4ten nachzugehen und Land und Leute kennenzulernen.<\/p>\n<p><strong>Warum jetzt noch der LL.M.?<\/strong><br \/>\nDie Frage kam oft und ich kann sie auch nachvollziehen. Immerhin war ich schon \u00f6fters f\u00fcr etwas l\u00e4ngere Zeit im Ausland, z.B. im Studium f\u00fcr ein Erasmusjahr und im Referendariat in der Wahlstation. Ich k\u00f6nnte doch nun endlich, nach all den Jahren und erfolgreicher Bezwingung der beiden Examen und damit dem Abschluss der juristischen Laufbahn sagen: hinein ins Get\u00fcmmel, jetzt wird f\u00fcr Recht und Ordnung gek\u00e4mpft (und Geld verdient)! Zumal man ja nach dem 2. Examen auch nicht mehr ganz so jung ist und sich vielleicht auch danach sehnt, endlich einen Vollzeitjob zu haben; ggf. sogar ein H\u00e4usle zu bauen\/Kinderplanung o.\u00e4.<\/p>\n<p>Um es kurz zu machen: bei mir ist das (noch) nicht der Fall. Ich bin noch nicht fest angekommen und derart verbunden, dass ich sage \u201ehier bleibe ich jetzt und schlage Wurzeln.\u201c Der Drang, noch einmal ganz auszubrechen und eine weitere Auslandserfahrung zu machen, ist einfach st\u00e4rker; zumal ich sowieso ein sehr fernwehs\u00fcchtiger Mensch bin. Bereits nach dem 2. Examen war es so, dass mich der Arbeitsmarkt nicht vom Hocker gehauen hat. Die Freude und der Spa\u00df an Jura nahm in den letzten Jahren \u2013 insbesondere ab Mitte des Referendariats \u2013 auch mehr und mehr ab. Ich h\u00e4tte kein Problem damit, einem juristischen Job nachzugehen \u2013 aber mehr als der Beruf, mit dem man seinen Lebensunterhalt finanziert, ist es dann vom momentanen Gef\u00fchl her auch nicht (mehr). Das sah im Studium noch anders aus &#8211; und es ist auch gut m\u00f6glich, dass sich das vielleicht auch nochmal \u00e4ndert. Vielleicht liegt es auch an der langen Ausbildungsdauer, aber ich h\u00e4tte z.B. auch nichts dagegen, einem Beruf nachzugehen, der einen eher geringen Jura-Anteil aufweist. Diese Bestimmung und das Gef\u00fchl, Jura sei das einzig Wahre in meinem Leben; also die Bindung \u2013 sofern sie in derart extremer Form \u00fcberhaupt mal dagewesen war \u2013 ist seit Mitte des Referendariats definitiv nicht mehr wirklich stark da. Erstaunlicherweise berichten mir dies viele (ehemalige) Kollegen aus dem juristischen Umfeld, wohingegen ich Bekannte aus anderen beruflichen Bereichen (z.B. den Naturwissenschaften) habe: die freuen sich sogar richtig, wenn sie montags wieder zur Arbeit gehen d\u00fcrfen. Mit Magenschmerzen bin ich zwar bisher auch nie aufgestanden und die letzten fast 2 Jahre zur Arbeit gegangen, aber ich hatte immer das Gef\u00fchl: das kann es jetzt noch nicht gewesen sein\u2026du hast noch \u00fcber die H\u00e4lfte deiner bisherigen Lebensjahre bis zur Rente: du musst und willst nochmal raus und kannst hier noch nicht festfahren, denn bis dahin immer nur dieser Rhythmus und wenig Abwechslung: nein, das bringt dich zwar nicht um, aber da muss doch jetzt noch etwas gehen.<\/p>\n<p><strong>Alles andere als eine Spontan\u00fcberlegung \u2013 eher ein sehr langsam gereifter Plan<\/strong><br \/>\nDer LL.M.-Gedanke traf mich aber nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Den Wunsch hatte ich bereits nach dem 1. Examen. Es war mir damals aber finanziell schlichtweg nicht m\u00f6glich so ein Auslandsjahr zu finanzieren: ich wusste ja, dass auch noch eine Baf\u00f6gr\u00fcckzahlung anstehen wird \u2013 und wer gibt jemandem, der bisher nur studiert hat, schon einen Kredit iHv mehreren Tausend Euro (und wer m\u00f6chte von der anderen Seite her betrachtet, mit Schulden in 5-stelliger H\u00f6he ins Berufsleben starten)? Noch weiter verschulden: nein, das kam f\u00fcr mich nicht in Frage. Vor diesem Hintergrund \u00fcberwog dann auch der Gedanke, die juristische Ausbildung erstmal in einem weiteren Schwung komplett abzuschlie\u00dfen, damit endlich Licht am Ende des Horizonts ist. \ud83d\ude09 Also habe ich mich in das Referendariat gest\u00fcrzt. Dort aber bereits ja auch wieder die M\u00f6glichkeit genutzt, die Wahlstation im Ausland zu absolvieren (wor\u00fcber ich hier ja auch gebloggt habe). Seit dem 2. Examen hatte ich nun einerseits gen\u00fcgend Zeit, um Geld f\u00fcr das Auslandsjahr anzusparen, meine Baf\u00f6g-Schulden zur\u00fcckzuzahlen und habe daher \u2013 von diesem finanziellen Standpunkt aus betrachtet \u2013 schonmal ein deutlich besseres Gef\u00fchl. Zudem gef\u00e4llt mir der Gedanke, dass ich nach dem Auslandsjahr komplett ungebunden bin und dementsprechend auch offen f\u00fcr alles, was sich vielleicht &#8211; oder vielleicht auch nicht &#8211; durch und nach diesem Jahr auch in beruflicher Hinsicht ergibt. Ich wei\u00df immerhin: ich muss zwar aufgrund der Visabestimmung zur\u00fcck nach Deutschland \u2013 aber immerhin nicht, weil dort wieder eine juristische Examenspr\u00fcfung auf mich wartet. Den Gedanken finde ich wirklich sehr angenehm. \ud83d\ude42<\/p>\n<p><strong>LL.M.-Finanzierung: Die Suche nach dem Topf voll Gold am Ende des Regenbogens<\/strong><br \/>\nF\u00fcr Leute die gerne Auslandserfahrung sammeln und reisefreudig sind eignet sich das LL.M.-Studium in zweierlei Hinsicht wunderbar; man hat nicht nur die positive Erfahrung auf der privaten Ebene, sondern kann am Ende auch fachlich etwas handfestes vorweisen kann (im Hinblick auf manche Eltern, die von den Pl\u00e4nen vielleicht nicht so begeistert sind, sicherlich nicht verkehrt zu erw\u00e4hnen). \ud83d\ude09 Die gr\u00f6\u00dfte H\u00fcrde liegt allerdings in der Finanzierung. Wer nicht \u00fcber Eltern\/Verwandte verf\u00fcgt, die ein derartiges Vorhaben finanzieren wollen\/k\u00f6nnen, dem bleibt nur: selbst jobben und Geld sparen (wobei es dann aber &#8211; je nach LL.M.-Land &#8211; sein kann, dass man das Geld erst mit 80 Jahren zusammen hat), einen Kredit aufnehmen (ist nat\u00fcrlich die Frage, ob dies so einfach funktioniert; man hat ja ggf. bisher kaum oder gar nicht gearbeitet) oder ein Stipendien zu ergattern. Diese sind allerdings eher sp\u00e4rlich gestreut, f\u00fcr ein LL.M.-Vorhaben zumeist verst\u00e4rkt f\u00fcr die USA\/UK verf\u00fcgbar und erfordern nicht gerade wenig Bewerbungsaufwand. Nat\u00fcrlich kann und sollte man es versuchen, wenn die Grundvoraussetzungen passen: ich w\u00fcrde allerdings niemals allein auf ein Stipendium bauen und mir bewusst sein, dass insgesamt nur wenige Studenten ein (Voll-)Stipendium erhalten. Man sollte also fr\u00fchzeitig gucken, ob und welche Alternativen es f\u00fcr einen selbst gibt. Viele \u2013 gerade amerikanische \u2013 Unis bieten nach der Zusage oftmals auch noch einen Rabatt auf die Studiengeb\u00fchren an; sicherlich nicht verekhrt, auch wenn es oftmals eher ein Tropfen auf dem hei\u00dfen Stein ist. Ich habe auch schonmal gelesen, dass gr\u00f6\u00dfere Kanzleien unter Umst\u00e4nden den LL.M. (mit-)finanzieren und\/oder man ein Sabbatical (quasi ein l\u00e4ngerer Sonderurlaub) nimmt: darauf verlassen will\/kann man sich aber nat\u00fcrlich nicht und diese M\u00f6glichkeit scheidet f\u00fcr Studenten, die den LL.M. nach dem 1. Examen absolvieren wollen, ja auch aus. Gestolpert bin ich aber auch immer mal wieder \u00fcber einen LL.M.-Day der (wohl j\u00e4hrlich) veranstaltet wird und auch Stipendien f\u00fcr Teilnehmer (mit weniger Aufwand) bietet\u2026ich habe mir das ganze zwar mal kurz angeguckt und es sind auch diverse Unis in Australien etc. dabei, aber da mein Zielland nicht dabei war und ich ja schon wusste wo es hingehen soll, habe ich mich damit auch nicht weiter besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p><strong>LL.M. sch\u00f6n und gut \u2013 aber wo?<\/strong><br \/>\nDen LL.M.-Studiengang kann man weltweit absolvieren. Die meisten werden wohl einen englischsprachigen LL.M. anstreben, aber auch ein z.B. franz\u00f6sischer LL.M. w\u00e4re nat\u00fcrlich m\u00f6glich. Am \u201eh\u00f6chsten angesehen\u201c ist der LL.M. wohl, wenn man ihn in den USA oder UK belegt. \u201eHoch\u201c sind dort allerdings auch die Studiengeb\u00fchren bzw. die Gesamtkosten f\u00fcr das Auslandsjahr, wobei es finanziell nicht einmal einen gro\u00dfen Unterschied macht, ob man an einer der Top-Unis des Landes studiert oder einer eher kleineren, unbekannten Universit\u00e4t. Nach den USA\/UK folgen dann die anderen L\u00e4nder, wie z.B. Australien, S\u00fcdafrika\u2026! Diese sind im Vergleich zu den USA\/UK schon allein von den Studiengeb\u00fchren her kosteng\u00fcnstiger. Der Nachteil ist nat\u00fcrlich, dass sie auch gerne mal als &#8222;Urlaubs&#8220;- oder &#8222;Strand&#8220;-LL.M. verschrien werden, aber gut\u2026dann lieber einen Urlaubs-LL.M. als gar keinen oder einen wo ich nachts nicht mehr die Augen zumachen kann, weil mir ein Kredit von 60.000 Euro schlaflose N\u00e4chte bereitet. \ud83d\ude09 Als dritte M\u00f6glichkeit ist auch ein LL.M.-Studium in Deutschland m\u00f6glich. Viele Unis bieten dazu schon Programme an. Da der LL.M. allerdings prim\u00e4r dazu dient, die Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern\/nachzuweisen und sich die Unis im Inland den LL.M. auch oftmals einiges mehr kosten lassen, als die normalen Studiengeb\u00fchren, finde ich pers\u00f6nlich einen Inlands-LL.M. nicht sinnvoll. Alternativ w\u00fcrde ich dann eher dazu tendieren lieber einen entsprechenden Fachanwaltslehrgang o.\u00e4. zu absolvieren.<\/p>\n<p><em>[ to be continued&#8230; <a href=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/ausland\/i-am-back-again-emily-goes-abroad-teil-2\/\">Teil 2 findet ihr hier<\/a>]<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oder: Was will die denn wieder hier im Blog? Hallo lieber Leser, fast 2 Jahre ist es her, dass ich die juristische Ausbildung mit dem 2. Examen abgeschlossen habe und frohen Mutes dachte: &#8222;Nie wieder juristische Klausuren schreiben.&#8220; Tja, zu fr\u00fch gefreut. 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