{"id":10161,"date":"2015-07-22T08:42:00","date_gmt":"2015-07-22T06:42:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=10161"},"modified":"2015-07-18T23:56:38","modified_gmt":"2015-07-18T21:56:38","slug":"verbesserungsversuch-und-abgelaufener-dienstausweis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/examen\/verbesserungsversuch-und-abgelaufener-dienstausweis\/","title":{"rendered":"Verbesserungsversuch&#8230; und abgelaufener Dienstausweis"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-8981\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/savdv-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"165\" \/>&#8230; ein kleiner Erlebnisbericht zum Wundern, Kopfsch\u00fctteln oder Schmunzeln, ganz nach pers\u00f6nlichem Gusto &#8230;<\/p>\n<p>Zu Beginn des Referendariats wurde uns ein Dienstausweis im EC-Karten-Format ausgeh\u00e4ndigt. Dieses K\u00e4rtchen, von dem ein Foto des berechtigten Karteninhabers den Wachtmeistern an den Eing\u00e4ngen der Justizgeb\u00e4ude entgegenblickt, berechtigt zum Einlass in die Gerichtsgeb\u00e4ude ohne Kontrolle. Es hat ein aufgedrucktes Ablaufdatum.<!--more--> Dies war mir gar nicht (mehr) bewusst, denn bei fast t\u00e4glicher Nutzung, habe ich dem Plastikk\u00e4rtchen selbst bzw. dessen Aufdruck\u00a0kaum noch Beachtung geschenkt.<\/p>\n<p>Zu Beginn der Klausurenphase des\u00a0Verbesserungsversuchs fand ich mich also\u00a0am 1. Tag entsprechend der Ladung im\u00a0JPA Frankfurt ein. Bewaffnet mit schwerem Koffer, der wieder alle Kommentare und Gesetze enthielt, lief ich also ins Foyer ein, geradewegs an der Schleuse vorbei und auf die Wachtmeisterin zu, um ihr mein K\u00e4rtchen entgegen zu strecken. Eigentlich war ich mir meiner Sache sicher &#8211; immerhin bin ich schon diverse Male dort hineinspaziert. Was jetzt kam, hatte ich aber an diesem fr\u00fchen Morgen nicht erwartet. Statt \u00fcblichem Nicken folgte zun\u00e4chst eine Pause. Auf meine Frage, ob etwas falsch sei, nahm mir die Dame sehr entschlossen meinen Dienstausweis ab und zog ihn ein &#8211;\u00a0mit der Begr\u00fcndung, dass er abgelaufen sei. Ok, ich musste zugestehen, dass sie damit recht hatte.<br \/>\nIch kramte also\u00a0meine Ladung hervor und hielt ihr diese dann unter die Nase. Aber das lie\u00df sie nicht gen\u00fcgen. Sie verwies mich in die Schlange der Besuchergruppe an der Schleuse&#8230;. der Fr\u00fchsport war erledigt, als ich meinen zentnerschweren Koffer auf das Band\u00a0erst\u00a0hinauf und danach wieder hinunter gehieft hatte. Irgendwie \u00e4rgerte es mich, dass ich &#8211; eigentlich ja belehrt und bis vor\u00a0kurzem auch tats\u00e4chlich noch Angestellte im \u00f6ffentlich-rechtlichen Ausbildungsverh\u00e4ltnis &#8211; jetzt so abgefertigt wurde. W\u00e4re der Koffer nicht so schwer gewesen, h\u00e4tte ich gar nicht weiter dar\u00fcber nachgedacht. Aber nat\u00fcrlich l\u00f6ste ich Piepsen aus; musste G\u00fcrtel, Uhr, etc\u00a0ausziehen, Hosentaschen leeren&#8230; Dank Warteschlange und &#8222;pers\u00f6nlicher Kontrolle&#8220;\u00a0war die Zeit inzwischen deutlich weiter fortgeschritten. Dabei war ich schon um halb 9 da&#8230;\u00a0jedenfalls war das alles nicht einkalkuliert und kein guter Start\u00a0in einen &#8222;entspannten&#8220; Klausurmarathon.<\/p>\n<p>Aber ok,\u00a0war dann so. Eigentlich war das nach kurzem innerlichen \u00c4rger direkt vergessen.<br \/>\n<em>Wobei ich anmerken m\u00f6chte, dass das in Darmstadt angenehmer war &#8211; diejenigen, die als Verbesserer-Kandidaten in meinen Ersttermin mitschrieben, kamen ohne Kontrolle ins dortige Arbeitsgericht hinein &#8211; die Ausstattung mit Koffer und die vorgezeigte Ladung reichten dem sehr freundlichen und mitf\u00fchlenden\u00a0Wachpersonal dort v\u00f6llig aus.<\/em><\/p>\n<p>Was mich, abgesehen von der ersten Verwunderung \u00fcber das bisher geschriebene aber tats\u00e4chlich zu diesem Text veranlasste, folgt jetzt:<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen ging ich also automatisch zur Kontrolle, legte mein diesmal zum Gl\u00fcck\u00a0nur kleines Gep\u00e4ck (wir durften alle Kommentare, Gesetze und Co im Raum lassen f\u00fcr die gesamte Zeit der Examensklausuren) auf das Kontrollband und wappnete mich f\u00fcr die Schleuse &#8211; auf\u00a0\u00a0G\u00fcrtel und andere piepsende Dinge hatte ich diesmal wohlwissend verzichtet. Die gleiche\u00a0Person wie am Tag zuvor (!!) kam auf mich zu &#8211; meine Schuhe hatten leider dennoch ein Piepsen des Detektorrahmens\u00a0ausgel\u00f6st &#8211; und fragte mich mit ziemlich genervtem Ton, w\u00e4hrend sie mich mit dem Handdetektor kritisch unter die Lupe nahm: &#8222;Haben Sie etwa keinen Ausweis?&#8220;.<\/p>\n<p>Einige Tage sp\u00e4ter dann, inzwischen war die Morgenprozedur halbwegs eingespielt,\u00a0wies mich eine andere nette Dame bei meinem zielstrebigen Gang zur Schleuse darauf hin, dass ich bei Vorzeigen der Ladung auch einfach vorbei laufen k\u00f6nne&#8230;! Super &#8211;\u00a0inzwischen trug ich dieses bisher nicht sonderlich nutzbringende Papier nat\u00fcrlich nicht mehr mit mir herum.<\/p>\n<p>Soviel zu\u00a0m\u00f6glichen Erlebnissen von Kandidaten des Verbesserungsversuchs! \ud83d\ude09<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; ein kleiner Erlebnisbericht zum Wundern, Kopfsch\u00fctteln oder Schmunzeln, ganz nach pers\u00f6nlichem Gusto &#8230; Zu Beginn des Referendariats wurde uns ein Dienstausweis im EC-Karten-Format ausgeh\u00e4ndigt. Dieses K\u00e4rtchen, von dem ein Foto des berechtigten Karteninhabers den Wachtmeistern an den Eing\u00e4ngen der Justizgeb\u00e4ude entgegenblickt, berechtigt zum Einlass in die Gerichtsgeb\u00e4ude ohne Kontrolle. 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