{"id":487,"date":"2011-10-19T19:17:17","date_gmt":"2011-10-19T17:17:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/rechtsreferendariat\/?p=487"},"modified":"2026-04-07T15:27:27","modified_gmt":"2026-04-07T13:27:27","slug":"ablauf-und-inhalt-des-referendariats-schleswig-holstein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/rechtsreferendariat\/schleswig-holstein\/ablauf-und-inhalt-des-referendariats-schleswig-holstein\/","title":{"rendered":"Ablauf und Inhalt des Referendariats"},"content":{"rendered":"<div class=\"paragraph is-rich-chat-ui normal ng-star-inserted\" data-start-index=\"15554\">\n<p>Das Referendariat in Schleswig-Holstein ist ein zweij\u00e4hriger praktischer Vorbereitungsdienst, der den angehenden Juristen auf die vielf\u00e4ltigen Aufgaben in der Rechtspflege, Verwaltung und Anwaltschaft vorbereitet. Die Dauer von exakt <strong>24 Monaten<\/strong> ist gesetzlich festgelegt. Der Dienst gliedert sich in f\u00fcnf aufeinanderfolgende Stationen, die durch begleitende Arbeitsgemeinschaften (AG) und Einf\u00fchrungslehrg\u00e4nge strukturiert werden.<\/p>\n<p>Die <strong>f\u00fcnf Stationen<\/strong> im Detail:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Strafrechtsstation (3,5 Monate):<\/strong> In der Regel erfolgt die Ausbildung bei einer Staatsanwaltschaft, fakultativ bei einem Strafgericht. Ein besonderes Merkmal ist der Sitzungsdienst, bei dem Referendare die Staatsanwaltschaft vor dem Amtsgericht eigenst\u00e4ndig vertreten.<\/li>\n<li><strong>Zivilstation (4,5 Monate):<\/strong> Die Ausbildung findet bei einem Richter am Amts- oder Landgericht statt. Hier liegt der Fokus auf der Relationstechnik und dem Entwurf von Urteilen.<\/li>\n<li><strong>Verwaltungsstation (4 Monate):<\/strong> Diese kann bei Kommunalbeh\u00f6rden, Landesministerien oder sonstigen Beh\u00f6rden absolviert werden. Auch ein Aufenthalt an der Deutschen Universit\u00e4t f\u00fcr Verwaltungswissenschaften in Speyer (3 Monate) oder bei einer deutschen Auslandsvertretung ist m\u00f6glich.<\/li>\n<li><strong>Rechtsanwaltsstation (9 Monate):<\/strong> Dies ist die l\u00e4ngste Station, in der Referendare bei einem Anwalt ihrer Wahl praktisch t\u00e4tig sind. Bis zu drei Monate k\u00f6nnen hiervon bei Notaren, in Unternehmen oder bei ausl\u00e4ndischen Anw\u00e4lten verbracht werden. In diese Zeit fallen die schriftlichen Examensklausuren.<\/li>\n<li><strong>Wahlstation (3 Monate):<\/strong> Den Abschluss bildet eine Station in einem gew\u00e4hlten Schwerpunktbereich (z. B. Zivilrechtspflege, Familienrecht, Wirtschaft und Steuern). Die Wahl bestimmt auch das Thema des Aktenvortrags in der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung.<\/li>\n<\/ol>\n<p>W\u00e4hrend der gesamten Zeit finden <strong>Pflicht-Arbeitsgemeinschaften (AG 1 bis 5)<\/strong> statt, in denen der Stoff theoretisch vertieft und Klausuren geschrieben werden. Die Teilnahme an diesen Veranstaltungen sowie an den Einf\u00fchrungslehrg\u00e4ngen zu Beginn jeder Station geh\u00f6rt zur Dienstpflicht und geht jedem anderen Dienst vor. Ein unentschuldigtes Fernbleiben oder eine eigenm\u00e4chtige Freistellung (sogenannte \u201eTauchstation\u201c) ist untersagt und kann zu Gehaltsk\u00fcrzungen f\u00fchren. Am Ende jeder Station erh\u00e4lt der Referendar ein <strong>Stationszeugnis<\/strong>, das seine Leistungen mit einer Punktzahl bewertet; diese Noten flie\u00dfen zwar nicht direkt in die Examensnote ein, k\u00f6nnen aber bei der \u201eHandsteuerung\u201c durch die Pr\u00fcfungskommission eine Rolle spielen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Referendariat in Schleswig-Holstein ist ein zweij\u00e4hriger praktischer Vorbereitungsdienst, der den angehenden Juristen auf die vielf\u00e4ltigen Aufgaben in der Rechtspflege, Verwaltung und Anwaltschaft vorbereitet. Die Dauer von exakt 24 Monaten ist gesetzlich festgelegt. Der Dienst gliedert sich in f\u00fcnf aufeinanderfolgende Stationen, die durch begleitende Arbeitsgemeinschaften (AG) und Einf\u00fchrungslehrg\u00e4nge strukturiert werden. 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