{"id":422,"date":"2011-10-19T18:18:13","date_gmt":"2011-10-19T16:18:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/rechtsreferendariat\/?p=422"},"modified":"2026-04-06T11:22:40","modified_gmt":"2026-04-06T09:22:40","slug":"grundsaetzliches-zum-auswahlverfahren-rheinland-pfalz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/rechtsreferendariat\/rheinland-pfalz\/grundsaetzliches-zum-auswahlverfahren-rheinland-pfalz\/","title":{"rendered":"Grunds\u00e4tzliches zum Auswahlverfahren"},"content":{"rendered":"<p>Das Auswahlverfahren f\u00fcr die Zulassung zum juristischen Vorbereitungsdienst in Rheinland-Pfalz ist streng reglementiert und greift immer dann, wenn die Anzahl der Bewerbungen die Kapazit\u00e4ten der verf\u00fcgbaren Ausbildungspl\u00e4tze oder die bereitgestellten Haushaltsmittel \u00fcbersteigt. Die rechtliche Grundlage bildet hierf\u00fcr die <strong>Landesverordnung \u00fcber die Zulassung zum juristischen Vorbereitungsdienst<\/strong> vom 13. Dezember 2000. Alleinige Zulassungsbeh\u00f6rde f\u00fcr das gesamte Bundesland ist der Pr\u00e4sident des Oberlandesgerichts Koblenz.<\/p>\n<p>Das Auswahlverfahren basiert auf einem Quotensystem, das verschiedene soziale und leistungsbezogene Kriterien ber\u00fccksichtigt:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>H\u00e4rtequote (bis zu 20 %):<\/strong> Ein erheblicher Anteil der Pl\u00e4tze wird vorab an Bewerber vergeben, f\u00fcr die eine Versagung der Zulassung eine au\u00dfergew\u00f6hnliche, insbesondere soziale H\u00e4rte bedeuten w\u00fcrde. Eine solche H\u00e4rte liegt vor, wenn die Ablehnung mit Nachteilen verbunden w\u00e4re, die \u00fcber das \u00fcbliche Ma\u00df erheblich hinausgehen [\u00a7 5 Abs. 1 JVorbDZulV RP]. Dies betrifft insbesondere Schwerbehinderte oder Personen, die allein unterhaltspflichtig f\u00fcr ein minderj\u00e4hriges Kind oder eine pflegebed\u00fcrftige Person sind [\u00a7 5 Abs. 2 JVorbDZulV RP].<\/li>\n<li><strong>Leistungsquote (60 % der verbleibenden Pl\u00e4tze):<\/strong> Die Mehrheit der Pl\u00e4tze wird nach der Qualifikation vergeben, wobei das Ergebnis der ersten juristischen Staatspr\u00fcfung ma\u00dfgeblich ist. Bei gleicher Note entscheidet das Los [\u00a7 6 JVorbDZulV RP].<\/li>\n<li><strong>Wartezeitquote (verbleibende Pl\u00e4tze):<\/strong> Die restlichen Pl\u00e4tze entfallen auf Bewerber gem\u00e4\u00df der seit ihrem ersten Zulassungsantrag verstrichenen Zeit.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Verfahren ist so gestaltet, dass Bewerber, die sowohl \u00fcber die Qualifikation als auch \u00fcber die Wartezeit zugelassen werden k\u00f6nnten, vorrangig \u00fcber die Qualifikationsquote ber\u00fccksichtigt werden [\u00a7 4 Abs. 4 JVorbDZulV RP]. Die genaue Anzahl der Ausbildungspl\u00e4tze richtet sich nach der Anzahl der in Zivilsachen t\u00e4tigen Richter an den Amts- und Landgerichten sowie den verf\u00fcgbaren Finanzmitteln [\u00a7 3 JVorbDZulV RP]. Bis zum Termin Mai 2025 konnten gl\u00fccklicherweise allen Bewerbern im ersten Anlauf Pl\u00e4tze angeboten werden, sodass faktisch keine Wartezeit bestand. Dennoch ist das Verfahren formalisiert, um bei steigenden Bewerberzahlen eine rechtssichere Auswahl zu garantieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Auswahlverfahren f\u00fcr die Zulassung zum juristischen Vorbereitungsdienst in Rheinland-Pfalz ist streng reglementiert und greift immer dann, wenn die Anzahl der Bewerbungen die Kapazit\u00e4ten der verf\u00fcgbaren Ausbildungspl\u00e4tze oder die bereitgestellten Haushaltsmittel \u00fcbersteigt. Die rechtliche Grundlage bildet hierf\u00fcr die Landesverordnung \u00fcber die Zulassung zum juristischen Vorbereitungsdienst vom 13. Dezember 2000. 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