{"id":373,"date":"2011-10-19T16:58:37","date_gmt":"2011-10-19T14:58:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/rechtsreferendariat\/?p=373"},"modified":"2026-04-08T12:39:49","modified_gmt":"2026-04-08T10:39:49","slug":"ablauf-und-inhalt-des-referendariats-niedersachsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/rechtsreferendariat\/niedersachsen\/ablauf-und-inhalt-des-referendariats-niedersachsen\/","title":{"rendered":"Ablauf und Inhalt des Referendariats"},"content":{"rendered":"<p>Das Referendariat in Niedersachsen ist ein zweij\u00e4hriger Marathon, der dich durch f\u00fcnf verschiedene Stationen schleift. Jede Station hat ein festes Ziel und einen eigenen Ausbildungsplan.<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Zivilstation (5 Monate):<\/strong> Du landest bei einem Amts- oder Landgericht. Hier lernst du von Richtern, wie man Urteile und Beschl\u00fcsse schreibt. Du darfst mit zur Sitzung und in geeigneten F\u00e4llen sogar mal selbst eine Verhandlung leiten.<\/li>\n<li><strong>Strafstation (3 Monate):<\/strong> In der Regel bist du bei der Staatsanwaltschaft. Das Highlight (oder der Horror) f\u00fcr viele: Die Sitzungsvertretung. Du gehst allein zum Amtsgericht und vertrittst dort die Anklage.<\/li>\n<li><strong>Verwaltungsstation (3 Monate):<\/strong> Du suchst dir eine Beh\u00f6rde (z.B. Stadtverwaltung oder LKA). Hier lernst du, wie Bescheide geschrieben werden und wie Verwaltungshandeln funktioniert. Eine Besonderheit ist hier das Semester an der Uni Speyer, das du statt der Beh\u00f6rde w\u00e4hlen kannst.<\/li>\n<li><strong>Anwaltsstation (9 Monate):<\/strong> Die l\u00e4ngste Station. Du bist bei einem Anwalt deiner Wahl und lernst die rechtsberatende Seite kennen. Im letzten Monat dieser Station werden die acht Examensklausuren geschrieben.<\/li>\n<li><strong>Wahlstation (4 Monate):<\/strong> Zum Abschluss darfst du dir einen Schwerpunkt aussuchen (z.B. Arbeitsrecht oder Europarecht). Diese Station findet erst nach den Klausuren statt und dient oft der Vorbereitung auf den Berufseinstieg.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Ausbildung ist immer zweigleisig: Du hast deinen <strong>Arbeitsplatz<\/strong> beim Ausbilder und einmal pro Woche die <strong>Arbeitsgemeinschaft (AG)<\/strong>. Die AG ist wie Schule \u2013 es herrscht Anwesenheitspflicht und sie geht jedem anderen Dienst vor. Am Ende jeder Station kriegst du ein Zeugnis mit einer Note von 0 bis 18 Punkten. Wer in der Station nur \u201emangelhaft\u201c oder \u201eungen\u00fcgend\u201c leistet, muss damit rechnen, aus dem Dienst entlassen zu werden, was aber praktisch nie vorkommt.<\/p>\n<p>Falls du bereits ein Kind hast oder einen Angeh\u00f6rigen pflegen musst, kannst du den Vorbereitungsdienst in <strong>Teilzeit<\/strong> absolvieren. Dein Dienst wird dann um ein F\u00fcnftel reduziert, aber die Gesamtdauer des Referendariats verl\u00e4ngert sich entsprechend um ein Viertel. Das ist eine faire L\u00f6sung, um Familie und Ausbildung unter einen Hut zu bekommen. Antr\u00e4ge auf Teilzeit sollten sp\u00e4testens zwei Monate vor Beginn gestellt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Referendariat in Niedersachsen ist ein zweij\u00e4hriger Marathon, der dich durch f\u00fcnf verschiedene Stationen schleift. Jede Station hat ein festes Ziel und einen eigenen Ausbildungsplan. Zivilstation (5 Monate): Du landest bei einem Amts- oder Landgericht. 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