{"id":301,"date":"2011-10-19T15:07:52","date_gmt":"2011-10-19T13:07:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/rechtsreferendariat\/?p=301"},"modified":"2026-04-08T19:43:13","modified_gmt":"2026-04-08T17:43:13","slug":"grundsaetzliches-zum-auswahlverfahren-brandenburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/rechtsreferendariat\/brandenburgneu\/grundsaetzliches-zum-auswahlverfahren-brandenburg\/","title":{"rendered":"Grunds\u00e4tzliches zum Auswahlverfahren"},"content":{"rendered":"<p>Wenn du in Brandenburg dein Referendariat antreten willst, landest du in einem <strong>\u00f6ffentlich-rechtlichen Ausbildungsverh\u00e4ltnis<\/strong>. Das ist zwar kein Beamtenstatus auf Widerruf mehr, aber viele beamtenrechtliche Regeln gelten trotzdem noch entsprechend, solange das Brandenburgische Juristenausbildungsgesetz (BbgJAG) nichts anderes sagt. Da die Pl\u00e4tze begehrt sind, gibt es ein ausgekl\u00fcgeltes System, wer wann drankommt. Wenn es mehr Bewerber als Pl\u00e4tze gibt \u2013 was eigentlich die Regel ist \u2013 wird <strong>nach einer festen Quote<\/strong> verteilt.<\/p>\n<p>Zuerst einmal gehen <strong>bis zu 20 % der Pl\u00e4tze an die &#8222;Besten&#8220;<\/strong>, also rein nach der Note deiner ersten Pr\u00fcfung gem\u00e4\u00df \u00a7 11 Abs. 3 BbgJAG. Danach wird es sozial: <strong>Bis zu 10 %<\/strong> der verbleibenden Pl\u00e4tze sind f\u00fcr H\u00e4rtef\u00e4lle reserviert. Das sind Leute, die durch eine weitere Verz\u00f6gerung unzumutbar benachteiligt w\u00fcrden, etwa wegen schwerer Krankheit oder besonderer famili\u00e4rer Belastungen. Der gro\u00dfe Rest \u2013 und das ist die Chance f\u00fcr die meisten \u2013 <strong>wird nach Wartezeit vergeben<\/strong>.<\/p>\n<p>Hier gibt es allerdings die <strong>sogenannte \u201eLandeskinderregelung\u201c<\/strong> gem\u00e4\u00df \u00a7 11 Abs. 4 BbgJAG. Das bedeutet, dass bis zu 70 % der verbleibenden Pl\u00e4tze an Leute gehen, die entweder ihre Pr\u00fcfung beim Gemeinsamen Juristischen Pr\u00fcfungsamt (GJPA) in Berlin-Brandenburg gemacht haben oder eine enge pers\u00f6nliche Bindung zum Land Brandenburg nachweisen k\u00f6nnen, zum Beispiel durch einen langen Wohnsitz. Wer von au\u00dferhalb kommt und keine Bindung hat, muss sich also oft auf eine l\u00e4ngere Geduldsprobe einstellen. Innerhalb dieser Gruppen entscheidet dann wieder die nackte Wartezeit, und wenn da auch Gleichstand herrscht, zieht man im Zweifel das Los oder schaut wieder auf die Note.<\/p>\n<p>Wichtig ist auch <strong>die pers\u00f6nliche Eignung<\/strong>. Wer zum Beispiel wegen einer vors\u00e4tzlichen Tat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt wurde, fliegt in der Regel direkt raus, weil er als unw\u00fcrdig f\u00fcr den Staatsdienst gilt. Auch laufende Ermittlungsverfahren k\u00f6nnen ein Grund sein, die Aufnahme erst einmal zu verweigern. Am Ende ist das Ziel des Verfahrens, eine faire und transparente Vergabe der knappen Ausbildungskapazit\u00e4ten sicherzustellen, wobei die Kapazit\u00e4t selbst j\u00e4hrlich vom OLG-Pr\u00e4sidenten anhand der verf\u00fcgbaren Richter- und Staatsanwaltsstellen sowie der Haushaltsmittel neu berechnet wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn du in Brandenburg dein Referendariat antreten willst, landest du in einem \u00f6ffentlich-rechtlichen Ausbildungsverh\u00e4ltnis. Das ist zwar kein Beamtenstatus auf Widerruf mehr, aber viele beamtenrechtliche Regeln gelten trotzdem noch entsprechend, solange das Brandenburgische Juristenausbildungsgesetz (BbgJAG) nichts anderes sagt. Da die Pl\u00e4tze begehrt sind, gibt es ein ausgekl\u00fcgeltes System, wer wann drankommt. 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