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Nordrhein-Westfalen

 

Landeshauptstadt: Düsseldorf

Einwohnerzahl: ungefähr 18 Mio.

OLG-Bezirke: Düsseldorf, Hamm und Köln

Allgemeines zur Richtereinstellung in NRW

In Nordrhein-Westfalen werden laufend qualifizierte Bewerber zur Einstellung in das Richterverhältnis auf Probe gesucht. Bestimmte Fristen für eine Bewerbung gibt es daher nicht.

Zwar hat das Justizministerium des Landes per Erlass die grundsätzlichen Voraussetzungen für die Einstellung in den richterlichen Probedienst festgelegt. Für die Bewerbung und das anschließende Auswahlverfahren zuständig ist jedoch das jeweilige Oberlandesgericht, bei dem man sich beworben hat. Folglich nennen die einzelnen OLGs auf den jeweiligen Internetseiten teilweise konkretere Voraussetzungen für die Einstellung als Richter auf Probe.

Auch aus diesem Grunde wird hier im Folgenden nach den einzelnen Oberlandesgerichten differenziert.

Grundsätzliche Voraussetzungen nach dem Erlass des Justizministeriums

Grundsätzlich können auch solche Bewerber zu einem Auswahlgespräch geladen werden, die im zweiten Examen zwar weniger als 9,0 Punkte aber mehr als 7,75 Punkte erreicht haben und sich darüber hinaus durch besondere persönliche Eigenschaften auszeichnen. Als Beispiele dafür werden genannt: die Leistungen im Abitur, im Studium, im ersten Examen, in der Referendarszeit liegen deutlich über der Note des zweiten Examens / andere besondere Fähigkeiten und Leistungen, welche die Persönlichkeit eines Richters positiv prägen, heben den Bewerber aus dem Bewerberfeld heraus.

Einstellung in den OLG-Bezirk Düsseldorf

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat die allgemeinen Einstellungsvoraussetzungen zurzeit nicht weiter konkretisiert.

Voraussetzung für eine Einladung zum Auswahlverfahren ist somit ein zweites Staatsexamen mit mehr als 9 Punkten bzw. mit mehr als 7,75 Punkten, wenn der Bewerber sich durch besondere persönliche Eigenschaften auszeichnet.

Die Bewerbung

Der Antrag auf Einstellung in den Probedienst für das Amt des Richters bzw. der Richterin ist an die Präsidentin des Oberlandesgericht Düsseldorf zu richten. Die Anschrift des OLG lautet:

Oberlandesgericht Düsseldorf
Postfach 30 02 10
40402 Düsseldorf
Ansprechpartnerin: Frau Skrinjar (0211 / 4971 – 401)

Als Bewerbungsunterlagen sind neben einem formlosen Bewerbungsgesuch, einzureichen:

  • je eine Ablichtung der Staatsexamina;
  • eine Kopie der Bescheinigung über die Einzelnoten in der zweiten juristischen Staatsprüfung;
  • ein handschriftlichen Lebenslauf;
  • eine Erklärung darüber, in welchem Oberlandesgerichtsbezirk das Referendariat abgeleistet wurde und wo die Personalakte geführt wird;
  • eine Einverständniserklärung zur Datenspeicherung.

Ausdrücklich nicht einzureichen sind dagegen das Abiturzeugnis, Scheine aus dem Studium sowie die Stations– und Arbeitsgemeinschaftszeugnisse aus dem Referendariat.

Das Bewerbungsverfahren

Beim OLG finden monatlich Vorstellungstermine statt. Seit neuestem gibt das OLG auf seiner Seite auch die voraussichtlichen Termine im Jahr an. Die Einladung erfolgt ca. 3 Wochen vor dem jeweiligen Termin.

Beim OLG Düsseldorf findet nunmehr ein Assessment-Center statt. Eingeladen werden 5 Kandidaten. Das Verfahren besteht aus einem Einzelinterview (ca. 60 Minuten pro Kandidat) und einer Gruppendiskussion. Die Entscheidung, ob eine Einstellung des Bewerbers erfolgt, fällt kurzfristig im Anschluss an das Vorstellungsgespräch.

Die vierköpfige Auswahlkommission besteht in der Regel aus der Präsidentin des Oberlandesgerichts, dem Präsidenten eines Landgerichts im Oberlandesgerichtsbezirk bzw. dem Präsidenten des Amtsgerichts Düsseldorf, der Gleichstellungsbeauftragten des Oberlandesgerichts sowie dem Personaldezernenten des Oberlandesgerichts.

Einstellung in den OLG-Bezirk Hamm

Das OLG Hamm erklärt auf der Internetseite, dass die in der Vergangenheit für den Bezirk Hamm aufgestellten zusätzlichen Voraussetzungen für eine Teilnahme am Auswahlverfahren bis auf weiteres ausgesetzt sind. Früher wurde die Regel aufgestellt, dass nur diejenigen Personen die Chance hatten, zu einem Gespräch eingeladen zu werden, bei denen die Summe aus der Hälfte der Punktzahl des ersten Examens und der Punktzahl des zweiten Examens mindestens 13 Punkte ergeben und das zweite Examen mit mehr als 9,0 Punkten bestanden wurde.

Zur Zeit verweist das OLG auf den Erlass des Justizministeriums (siehe oben) mit der Ergänzung, dass „jedoch vorrangig solche Bewerber geladen werden, die das 2. Staatsexamen mindestens mit der Note “vollbefriedigend” und das 1. Staatsexamen mindestens mit der Note „befriedigend“ abgelegt haben“.

Die Bewerbung

Der Antrag auf Einstellung in den Probedienst als Richter bzw. als Richterin ist zu richten an den Präsidenten des Oberlandesgerichts Hamm. Die Anschrift des OLG lautet:

Oberlandesgericht Hamm
Heßlerstraße 53
59065 Hamm

Als Bewerbungsunterlagen sind einzureichen:

  • ein formloses Bewerbungsgesuch;
  • ein eigenhändig geschriebener, nicht-tabellarischer Lebenslauf, der – warum auch immer – nicht mit blauer Tinte geschrieben sein soll;
  • einfache Ablichtungen der Zeugnisse der ersten und zweiten Staatsprüfung;
  • eine einfache Ablichtung der Bescheinigung über die in der zweiten Staatsprüfung erzielten Einzelnoten;
  • die namentliche Angabe der Prüfer im zweiten Staatsexamen;
  • die Angabe, in welchem OLG-Bezirk der Referendardienst absolviert wurde (sowie – wenn nicht im OLG-Bezirk Hamm – ist anzugeben, wo die Personalakte geführt wird, und das Einverständnis mit der Einsichtnahme in die Personalakte zu erklären.

Das Bewerbungsverfahren

Sind die oben genannten Voraussetzungen erfüllt, erhält der Bewerber eine Einladung zum Auswahlverfahren, das beim OLG in Hamm stattfindet. Pro Termin werden 5 Kandidaten geladen. Die vierköpfige Auswahlkommission besteht aus dem Präsidenten des OLG, dem Präsidenten / der Präsidentin eines Land- oder Amtsgericht, dem Personaldezernenten des OLG sowie der Gleichstellungsbeauftragten des OLG.

Das Auswahlverfahren selbst findet in Form eines Assessment-Centers statt. Das AC besteht aus folgenden Bestandteilen:

  • ein Vortrag zu einem Fall aus dem richterlichen Berufsalltag,
  • einem Einzelinterview und
  • einer praktischen Arbeitsprobe.

Am Ende des Tages wird das Ergebnis den Kandidaten mitgeteilt. Weitere Informationen zu dem Auswahlverfahren und der Bewerbung als solchen stehen in einer Broschüre, die auf den Seiten des OLG Hamm zum Download bereit steht.

Einstellung in den OLG-Bezirk Köln

Bis Ende 2007 wurden zu einem Einstellungsgespräch beim OLG Köln nur Bewerber eingeladen, die im zweiten juristischen Staatsexamen mindestens 9,0 Punkte erreicht hatten. Diese Einschränkung wurde Anfang 2008 aufgehoben, insoweit gelten also derzeit auch beim OLG Köln die allgemeinen Einstellungsvoraussetzungen, so wie sie im Erlass des Justizministerium genannt sind.

Die Bewerbung

Der Antrag auf Einstellung ist auch hier zu richten an den Präsidenten des Oberlandesgerichts. Die Anschrift des OLG lautet:

Oberlandesgericht Köln
Reichenspergerplatz 1
50670 Köln
Ansprechpartnerin: Frau Kreiter (0221 / 7711 – 328)

Als Bewerbungsunterlagen sind ein Bewerbungsschreiben einzureichen, in dem der Bewerber bestimmte Mindestangaben macht, sowie

  • ein tabellarischer maschinengeschriebener Lebenslauf;
  • ein eigenhändig geschriebener Lebenslauf;
  • ein Lichtbild;
  • einfache Ablichtungen der Zeugnisse der ersten und zweiten Staatsprüfung;
  • eine einfache Ablichtung der Bescheinigung über die in der zweiten Staatsprüfung erzielten Einzelnoten;
  • das Abiturzeugnis in einfacher Ablichtung;
  • sämtliche Stagen- und Arbeitsgemeinschaftszeugnisse in einfacher Ablichtung;
  • ggf. Urkunden über die Verleihung akademischer Grade in einfacher Ablichtung;
  • ggf. weitere Zeugnisse etwaiger bisheriger Arbeitgeber;
  • ggf. eine Bescheinigung über das Vorliegen einer Schwerbehinderung;
  • zudem ist im Bewerbungsschreiben anzugeben, in welchem OLG-Bezirk der Referendardienst absolviert wurde (sowie – wenn nicht im Oberlandesgerichtsbezirk Köln – wo die Personalakte geführt wird, und das Einverständnis mit der Einsichtnahme in die Personalakte zu erklären.

Das Bewerbungsverfahren

Seit kurzem werden auf den Seiten des OLG Köln auch Angaben darüber gemacht, wie genau das Auswahlverfahren abläuft. So werden in der Regel sieben Bewerber zu einem Auswahlverfahren eingeladen. Es folgt dann eine Gruppendiskussion, es ist eine praktische Arbeitsprobe abzuliefern und es wird ein Einzelinterview durchgeführt. Das Verfahren ist damit nahezu identisch mit dem Verfahren beim OLG Hamm. Wir empfehlen daher auch die Broschüre durchzulesen, die auf den Internetseiten des OLG Hamm abrufbar ist und das dortige Assessment-Center beschreibt. Den Link dazu findest Du oben.

Fachgerichtsbarkeiten

Zur Bewerbung für die Fachgerichtsbarkeiten finden sich folgende Infos:

Arbeitsgerichtsbarkeit

Zuständig für die Auswahl und Einstellung der Richter in der Arbeitsgerichtsbarkeit sind die jeweiligen Landesarbeitsgerichte in Düsseldorf, Hamm und Köln. Allen drei LAGs gleich ist die Anmerkung, dass die Arbeitsgerichte nicht kontinuierlich Bewerber suchen, sodass der Bewerber ein langfristiges Einstellungsinteresse haben sollte. Die weiteren Einstellungsvoraussetzungen stellen wir Euch im Folgenden vor.

Landesarbeitsgericht Düsseldorf

Hinsichtlich der grundsätzlichen Einstellungsvoraussetzungen wird in dem Merkblatt ausgeführt, dass die Bewerber „in der Regel mindestens das 2. Examen mit der Note vollbefriedigend bestanden haben sollten und einen besonderen Bezug zum Arbeitsrecht vorweisen können“.

Eine Bewerbung ist zu senden an die

Präsidentin des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf
Ludwig-Erhard-Allee 21
40227 Düsseldorf

Die einzureichenden Bewerbungsunterlagen sind ebenfalls detailliert dem Merkblatt zu entnehmen.

Landesarbeitsgericht Hamm

Die beim LAG Hamm aufgestellten Voraussetzungen entsprechen denen des LAG Düsseldorf: Kandidaten sollten in der Regel mindestens das zweite Examen mit vollbefriedigend bestanden haben und zudem ein besonderes Interesse am Arbeitsrecht durch ihre Ausbildung erkennen lassen.

Welche Bewerbungsunterlagen einzureichen sind, kann auf einem Merkblatt nachgelesen werden. Die Bewerbung ist zu senden an die

Präsidenten des Landesarbeitsgerichts Hamm
Marker Allee 94
59071 Hamm

Sobald die Möglichkeit für Neueinstellungen besteht, werden geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu einem „strukturierten Einzelinterview“ vor der Personalfindungskommission geladen, um deren besondere persönliche Eignung festzustellen.

Landesarbeitsgericht Köln

Grundsätzlich sollten die Bewerberinnen / Bewerber möglichst beide Staatsexamen, mindestens jedoch das zweite Examen mit vollbefriedigend absolviert haben. Von Vorteil ist ein Bezug zum Arbeitsrecht in der Ausbildung oder bisherigen Berufstätigkeit.

Die einzureichenden Unterlagen können einem Merkblatt entnommen werden, das auf der Seite des LAG Köln abrufbar ist. Die Bewerbung ist zu adressieren an den

Präsidenten des Landesarbeitsgerichts Köln
Blumenthalstraße 33
50670 Köln

Sozialgerichtsbarkeit

Für eine Bewerbung in dem Bereich Sozialgerichtsbarkeit ist das Landessozialgericht NRW in Essen zuständig. Wie in vielen anderen Bundesländern werden auch in NRW Richter in der Sozialgerichtsbarkeit vermehrt gesucht.

Die Bewerberinnen und Bewerber sollen mindestens ein juristisches Staatsexamen mit der Note “vollbefriedigend” bestanden haben. Bei besonderer einschlägiger Berufserfahrung oder besonders engem Bezug zum Sozialrecht kann eine Einladung zum Vorstellungsgespräch auch dann erfolgen, wenn im Schnitt in beiden Staatsexamina mindestens 7,75 Punkte erzielt werden. Welche Unterlagen einzureichen sind, kann auf der Seite des Landessozialgerichts nachgelesen werden. Die Bewerbung ist zu richten an die

Präsidentin des Landessozialgerichts NRW
Zweigertstraße 54
45130 Essen

Auch die Bewerber für die Sozialgerichtsbarkeit sollen – wie es auch schon von den LAGs gefordert wird – ein langfristiges Einstellungsinteresse haben.

Liegt eine vollständige Bewerbung vor und werden die Einstellungsvoraussetzungen erfüllt, wird die Bewerbung beim Landessozialgericht in einem Bewerbungspool gesammelt. Sobald die Möglichkeit für Neueinstellungen besteht – in der Regel mehrmals jährlich -, werden geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu einem Vorstellungsgespräch bei dem Landessozialgericht eingeladen. Das Gespräch findet in Form eines strukturierten Einzelinterviews statt.

Verwaltungsgerichtsbarkeit

Die Informationen zur Einstellung in die Verwaltungsgerichtsbarkeit finden sich auf der Internetseite des OVG Münster. Danach müssen Bewerber grundsätzlich im zweiten Examen mindestens 9,0 Punkte erreicht haben. Allerdings können auch Bewerber mit einer Punktzahl von mehr als 7,75 Punkten eingeladen werden, sofern sie sich durch „besondere persönliche Eigenschaften auszeichnen“.

Alle erforderlichen Bewerbungsunterlagen stehen auf der Internetseite zum download bereit. Die Bewerbung ist zu richten an den

Präsidentin des Oberverwaltungsgerichts
des Landes NRW
Postfach 6309
48033 Münster

Finanzgerichtsbarkeit

Zuständig für Einstellungen in die Finanzgerichtsbarkeit sind die Finanzgerichte Düsseldorf, Köln und Münster. Stellen werden im Justizministerialblatt NRW sowie auf der Internetseite des jeweiligen Finanzgerichts ausgeschrieben.

Allgemeine Infos zu den Voraussetzungen, die ein Kandidat erfüllen muss, werden auf keiner der Internetseiten bekannt gegeben. Es finden sich lediglich Ansprechpartner, die man telefonisch kontaktieren kann.