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Hessen

 

Landeshauptstadt: Wiesbaden

Einwohnerzahl: ungefähr 6 Mio.

Hessisches Oberlandesgericht in Frankfurt

Allgemeines zur Richtereinstellung in Hessen

Auch in Hessen ist das Justizministerium für das Auswahlverfahren und die Einstellung der Richter und Richterinnen auf Probe zuständig. Daher sind die entsprechenden Informationen auf den Internetseiten des Hessisches Ministerium für Justiz zu finden.

Bewerbungen sind in Hessen ganzjährig möglich. Bewerbungsfristen und bestimmte Einstellungstermine müssen also nicht beachtet werden.

Einstellungsvoraussetzungen

In Hessen werden nach Angaben des Justizministeriums „weit unter 5 %“ der Assessoren später Richter. Aufgrund der Stellensituation sind daher deutlich überdurchschnittliche Staatsexamina erforderlich, um als Richter eingestellt zu werden.

Als grundsätzliche Voraussetzung für die Chance auf Einstellung in den Richterdienst findet sich auf den Internetseiten des Justizministeriums die Angabe, dass der jeweilige Bewerber das erste und das zweite Staatsexamen jeweils mit mindestens 8,50 Punkten bestanden haben muss. Eingeladen werden kann aber auch, wer in der Summe beider Staatsexamina 17 Punkte erreicht hat, wobei das zweite Staatsexamen mit mindestens 8,00 Punkten bewertet worden sein muss.

In Hessen wird also nicht wie in manch anderen Bundesländern allein auf das zweite, sondern auf beide Examina abgestellt. Dabei kann man zurzeit ein schwächeres erstes Staatsexamen mit einem besseren zweiten Staatsexamen ausgleichen.

Die Bewerbung

Die Bewerbung ist an das Justizministerium des Landes zu richten. Die konkrete Anschrift des Ministeriums lautet:


Hessisches Ministerium der Justiz, Integration und Europa
Luisenstraße 13
65185 Wiesbaden
Ansprechpartner für Rückfragen unter: 0611 / 32 2800
Dem (formlosen) Bewerbungsschreiben sind als Unterlagen beizufügen:

  • ein tabellarischer maschinengeschriebener Lebenslauf;
  • ein handschriftlicher Lebenslauf;
  • ein aktuelles Lichtbild;
  • je eine Kopie der Zeugnisse über das erste und zweite Staatsexamen;
  • eine Kopie der Bescheinigung über die in der zweiten Staatsprüfung erreichten Einzelnoten;
  • Kopien der Stations- und AG-Zeugnisse;
  • ggf. die Promotionsurkunde und Nachweise über sonstige Fähigkeiten und Qualifikationen in Kopie;
  • eine Einverständniserklärung zur Einsichtnahme in die Personalakten unter Angabe der aktenführenden Dienststelle und des Aktenzeichens.

Das Auswahlverfahren

Auch in Hessen finden sich keine Hinweise darauf, wie das Bewerbungs- und Auswahlverfahren in der Folge abläuft, insbesondere wie viele Kandidaten pro Termin eingeladen werden und wie sich das Gespräch zusammensetzt.

Im Jurawelt-Forum hat aber ein Bewerber, der anschließend auch als Richter genommen wurde, über das Auswahlverfahren in Hessen Folgendes berichtet:

„Vorstellungsgespräch beim Personalreferenten und der Frauenbeauftragten. Allein, also keine anderen Kandidaten und hierbei keine fachlichen Fragen, nur ein Kennenlernen und Besprechen von Lebenslauf, Lebenszielen etc. Ging bei mir ca. eine Stunde und war sehr angenehm von der Atmosphäre her. Danach bekommt man nach 10 – 15 Min. Wartezeit sofort Info, ob man eingestellt wird oder nicht.

Bei positiver Nachricht 2. Gespräch beim Staatssekretär (rein formal, max. 15 Min). Reiner Smalltalk.“

Die Ausbildung

Während der mehrjährigen Probezeit werden die Richter auf Probe an unterschiedlichen Gerichten der ordentlichen Gerichtsbarkeit eingesetzt. Es wird jedoch außerdem angestrebt, dass die Richter Teile der Probezeit bei der Staatsanwaltschaft oder bei einer der Fachgerichtsbarkeiten verbringen.

Wir wurden aber von jemandem, der inzwischen als Richter in der Hessischen Justiz arbeitet, darauf hingewiesen, dass dieser Laufbahnwechsel und Wechsel der Gerichtsbarkeiten eher die Ausnahme ist.

Jemand der den Berufswunsch Staatsanwalt äußert, wird niemals als Richter eingesetzt, umgekehrt gibt es evtl. ein paar Ausnahmefälle, aber in aller Regel bleibt derjenige, der Richter werden will, auch während der Probezeit Richter. Formal darf man seine Bewerbung zwar nicht auf ein Richteramt beschränken, aber wer klar seine Präferenzen äußert, dem wird auch schon im Einstellungsgespräch geäußert, dass dies i.a.R. berücksichtigt wird.

Fachgerichtsbarkeiten

Alle oben dargestellten Infos gelten auch für die Bewerbung für eine der Fachgerichtsbarkeiten.