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  Ausgabe 42/2017
Mittwoch, der 18.10.2017
     

 / Niedersachsen / Staatsexamen

UPDATE: Richter gesteht Verkauf von Examensklausuren

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In dem Fall der verkauften Examenssachverhalte in Niedersachsen, in dem derzeit ein Referatsleiter und Richter am Landgericht Lüneburg angeklagt ist, gibt es eine überraschende Wendung: Hatte der Angeklagte in den ersten beiden Verhandlungstagen seine Aussage zum Fall verweigert, hat er heute am dritten Verhandlungstag die Taten weitestgehend eingeräumt!

“Ich möchte die Verantwortung für mein Handeln übernehmen”, so wird der frühere Richter u.a. vom NDR zitiert. Und weiter: “Ich bin mir bewusst, wie groß der Schaden ist, den ich der Justiz zugefügt habe”. Grundsätzlich räume er die Vorwürfe genau so ein, wie die Staatsanwaltschaft sie ihm vorwerfe. Nur in Einzelfällen gebe es kleine Abweichungen.

Die ursprünglich 51 angesetzten Verhandlungstage wird es aller Voraussicht nach nicht mehr geben müssen. Es bleibt aber abzuwarten, ob der Richter – ggf auch über die Anklage hinaus – “auspackt” und Namen nennt. Alle Juristen, die sich die Sachverhalte und Lösungen gekauft hatten und hofften, der Richter würde schweigen, dürften nun noch nervöser werden.

Sobald es etwas Neues zu berichten gibt, werden wir es in den RefNews melden.

ERGÄNZUNG: Laut eines Artikels der Welt hat der Angeklagte in seiner Einlassung auch die Weitergabe in 3 Fällen eingeräumt, die nicht Gegenstand der Anklageschrift waren.

Der Artikel wurde am 6. Januar 2015 von veröffentlicht. Michael ist ein ehemaliger Referendar aus NRW.