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  Ausgabe 50/2017
Mittwoch, der 13.12.2017
     

 / Staatsexamen

Studie zu Examensergebnissen in den einzelnen Bundesländern

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Im September diesen Jahres wurde die Studie “Hängen die Ergebnisse der zweiten juristischen Prüfung vom Examensort ab?” veröffentlicht, die sich mit dem Vergleich der Examensergebnisse in den einzelnen Bundesländern beschäftigt.

Ist es für das Ergebnis relevant, wo die Prüfung abgelegt wurde? Sind die Anforderungen in einem Bundesland höher als in einem anderen? Kann sich ein Bundeslandwechsel nach der ersten juristischen Prüfung auf die Examensnote positiv wie negativ auswirken?

Die Untersuchung von Lorenz Kähler, Uwe Engel und Franziska Ritter wertete Noten beider Staatsexamina von mehr als 18.400 Studenten von 2009 bis 2014 aus. Die nötigen Daten wurden von 10 Bundesländern geliefert, so ist es leider kein bundesweiter Vergleich geworden, wie ursprünglich geplant. 

Lorenz Kähler: “Ja, es gibt Differenzen bei den Noten. Letztlich aber ist die Bewertungspraxis vergleichsweise homogen.” Die mittlere Notenerwartung der zweiten Prüfung beträgt 7,245 Punkte. Dabei liegen Sachsen (6,9 Punkte) und Mecklenburg-Vorpommern (6,6 Punkte) ganz unten, hingegen Schleswig-Holstein (7,5 Punkte) und Nordrhein-Westfalen (7,8 Punkte) an der Spitze.

Wechslereffekt:

Die in der ersten Staatsprüfung erzielte Note wirkt sich auf die in der zweiten Staatsprüfung erzielten Note aus. Denn beide Noten liegen sehr wahrscheinlich immer eng beieinander. Wenn also Prüflinge, die nach der ersten Prüfung den Ort gewechselt haben, in einem bestimmten Bundesland trotz gleicher Ausgangsnote anders abschneiden als ihre Mitstudenten, die dort auch schon die erste Prüfung geschrieben haben, weist das auf Unterschiede in der Notenvergabe im ersten Staatsexamen hin. “Wenn sich der Ort der ersten Prüfung auf die in der zweiten Prüfung durchschnittlich zu erwartende Note auswirkt, ist eine bundesweit einheitliche Notenvergabe in Frage gestellt.”, so Kähler.

Wer zum Beispiel nach dem ersten Staatsexamen von Nordrhein-Westfalen nach Bremen zog, konnte eine durchschnittliche Verbesserung um 1,6 Punkte erzielen! Studenten aus Baden-Württemberg verbesserten sich immer, egal wohin sie zogen. Durchschnittlich 1,1 Punkte verloren diejenigen, die von Hessen nach Baden-Württemberg zogen.

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Der Prüfungsort hat somit tatsächlich Einfluss auf die Note des zweiten Examens. Nachgewiesen wurde ein Nord-Süd- sowie West-Ost-Gefälle, die durchschnittlich etwas besseren Noten gibt es im Norden und Westen.

Hier nochmal der Link zur vollständigen Studie “Hängen die Ergebnisse der zweiten juristischen Prüfung vom Examensort ab?”

Der Artikel wurde am 20. Oktober 2017 von veröffentlicht.