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  Ausgabe 06/2016
Freitag, der 12.02.2016
     

 / Staatsexamen

Rechtsgestaltende Klausuren ab 2013

Via Artikel auf Juraexamen.info sind wir auf eine Meldung von Beck Aktuell aufmerksam geworden. Danach soll ab 2013 im 2. Examen als neue Klausurform im Rahmen der Anwaltsklausuren bundesweit die Kautelarklausur eingeführt werden.

Das Niedersächsische Landesjustizprüfungsamt hat laut Beck inzwischen Richtlinien für das Stellen und Bewerten dieser Klausurform vorgelegt. Niedersachsen wurde deshalb mit der Ausarbeitung von Richtlinien beauftragt, weil es neben Bayern das einzige Bundesland ist, in dem bereits heute in jedem Termin eine Klausur mit rechtsgestaltender Aufgabe gestellt wird.

Ziel der Einführung dieses neuen Klausurtyps ist es, die Anforderungen im zweiten Examen weiter an die Anforderungen in der Praxis anzugleichen. Auch im späteren Berufsleben hat man oftmals damit zu tun, für den Mandanten – losgelöst von einem konkreten Rechtsstreit – Vertragsentwürfe oder zum Beispiel AGB zu entwerfen.

Wie wir aber ebenfalls hier im RefBlog bereits berichteten, wird dieser neue Klausurtyp in den Nord-Ländern Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein frühestens im Februar 2014 erstmals im Examen laufen. Das Gemeinsame Prüfungsamt der Länder hat ausgeschlossen, dass Kautelarklausuren bereits im Jahr 2013 im Examen gestellt werden.

Auch in den anderen Bundesländern bleibt abzuwarten, ob eine Einführung tatsächlich bereits 2013 geplant ist. Es ist jedenfalls davon auszugehen, dass in den Arbeitsgemeinschaften gezielt auf diese neue Klausurform vorbereitet wird, wenn die Einführung dann tatsächlich beschlossene Sache ist.



    Kommentare zum Artikel:
  1. Kai sagte:

    Kautelarklausuren in 5 Stunden halte ich für ziemlich hart, wenn man bedenkt, dass typische Formularverträge über mehrere Jahre gereift sind..
    Das Problem dürfte für die Referendare vor allem sein, dass sie aus der Uni so gut wie nichts für diesen Klausurtyp mitbringen (es sei denn,man hatte einen Schwerpunkt in Vertragsgestaltung).
    Bislang war die zivilrechtliche AG (jedenfalls bei mir) ausschließlich auf das Schreiben von Klausuren ausgerichtet. Theoretische Abhandlungen zu bestimmten Themen kamen so gut wie nicht vor. Jedenfalls für die Kautelarklausur dürfte man eine theoretische Einführung sicherlich brauchen.
    Da weder in der Vertragsgestaltung instruierte AG-Leiter (Richter!) noch freigegebene Examensklausuren in der Anfangszeit vorhanden seien dürften, wird ein neuer für Referendare kaum lösbarer Klausurtyp geschaffen…

  2. Markus sagte:

    Schwierig wirds für die Referendare auf jeden Fall werden. Allerdings ist es wohl nur eine Gewöhnungssache. Die Referendare aus Niedersachsen kriegen das ja anscheinend auch hin. Dass bei einem Vertragsentwurf der Entwurf dann nicht so perfekt ist, wie ein über Jahre gereifter Entwurd, ist klar, aber das geht ja dann allen Referendaren im Examen so, sodass meiner Ansicht nach eine Bewertung denoch gut möglich bleibt.
    Zudem Machbarkeit bzw. theoretische Einführung hin oder her: Spätestens nach Start in den Rechtsanwaltsberuf muss man als Jurist auch solche Aufgaben lösen, egal ob die Uni einen darauf ausreichen vorbereitet hat (wobei man dann natürlich auch noch die schönen Formularbücher hat).

  3. Jan sagte:

    Stelle mir das auch als einen Klausurtyp vor, der alles andere als leicht ist. Zumal man sich quasi überhaupt nicht gezielt vorbereiten kann. Bin in jedem Fall auf die Resultate gespannt und froh, dass ich nicht als Probekaninchen ran muss.

  4. Alex Konzelmann sagte:

    Jetzt ist endlich zur Vorbereitung solcher Klausuren ein ordentliches Arbeitsbuch erschienen, von Dierck-Harms, die selbst solche Aufgaben in Niedersachsen stellt. Es heißt “die rechtsgestaltende Anwaltsklausur” und bringt außer Anleitungen auch Fälle und Lösungen mit ausformulierten Vertrags- und AGB-Entwürfen.

  5. Michael sagte:

    Vielen Dank für diesen interessanten Hinweis!


  6.  
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