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  Ausgabe 47/2017
Dienstag, der 21.11.2017
     

 / Allgemein

Bewertungsportale für Richter und Gerichte

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“Richterscore” und “Marktplatz-Recht” sind Portale, auf denen Richter bewertet werden können. Das Gesetz zur Erweiterung der Medienöffentlichkeit in Gerichtsverfahren erlaubt nun, dass Kameras bei der Urteilsverkündung von obersten Bundesgerichten laufen. Spezielle Verfahren dürfen sogar vollständig aufgenommen werden. Das alles soll einer höheren Transparenz der Justiz und der damit verbundenen Qualitätssteigerung dienen. Denn wenn sich Richter unter Beobachtung fühlen, werden sie sich wohl besser vorbereiten, die Verfahren durchdachter führen und ihre Entscheidungen wortgewandter vortragen, oder?

“Richterscore” ist ein Portal, auf dem ausschließlich Anwälte Richter bewerten können. In verschiedenen Kategorien, wie beispielsweise Objektivität und Rechtskenntnis, werden Sterne vergeben. Das geschieht anonym, laut der Portalbetreiber könne aber nachvollzogen werden, ob von einem fachlich qualifizierten Nutzer bewertet wurde. Das Portal diene nicht anonymer Lästereien.

Auf dem Portal “Marktplatz-Recht” werden Richter und Gerichte bewertet. Ziel ist es konstruktiv Kritik zu üben, aber gute Arbeit auch zu loben. Unsachliche Bewertungen werden laut des “Marktplatz-Recht”-Sprechers Nicolas Reiser entfernt.

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Der Deutsche Richterbund und der Deutsche Anwaltverein stellen sich gegen diese Art von Bewertungen. Jens Gnisa, Vorsitzender des Deutschen Richterbundes sagt hierzu: “Größere Transparenz ist zwar an sich kein schlechter Gedanke – aber nicht so, wie er hier umgesetzt werden soll.” Er fordert persönliche Gespräche zwischen Anwälten und Richter, denn durch Internetbewertungen befürchtet er ein sinkendes Vertrauen in die Justiz.

Der Artikel wurde am 4. September 2017 von veröffentlicht.