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  Ausgabe 05/2012                                        Sonntag, der 05.02.2012
   
» Die Artikel aus dem Monat Oktober 2009 «

 

Neugestaltung des Aktenvortrags in Hessen

Bis zum Jahr 2007 gab es in Hessen eine besondere Form des Aktenvortrags: Der Sachverhalt des Vortrags wurde den Kandidaten bereits mehrere Tage vor der mündlichen Prüfung zugesandt. Die Prüflinge hatten dann 3 Werktage Zeit, sich mit dem Fall zu beschäftigen und ihren Vortrag vorzubereiten.

Diese Form des Aktenvortrags wurde dann 2007 abgeschafft und durch einen klassischen Kurzvortrag (mit Vorbereitung am Tag der mündlichen Prüfung) ersetzt. Interessant ist aber die Begründung im Gesetzentwurf der Landesregierung, warum es einer Neugestaltung des Aktenvortrags bedarf:

Zurzeit ist im mündlichen Teil der zweiten juristischen Staatsprüfung ein an drei Werktagen vorzubereitender Aktenvortrag zu halten. Den Vorträgen liegen Originalakten zugrunde, die mehrfach Verwendung finden.  In jüngster Zeit ergaben sich Hinweise darauf, dass von Repetitorien gezielt Informationen über die in Hessen ausgegebenen Aktenvorträge gesammelt werden. Deshalb kann nicht ausgeschlossen werden, dass von Repetitorien Datensammlungen über Aktenvorträge angelegt werden, wodurch die Chancengleichheit im Examen beeinträchtigt sein könnte. 

Die frühere Organisation des Aktenvortrags hatte darüber hinaus den Nachteil, dass mündliche Prüfungen nur an 2 Tagen die Woche durchgeführt wurden, da die Vorbereitungszeit immer nur Mo-Mi (mit mündlicher Prüfung am Do) bzw. Di-Do (mit mündlicher Prüfung am Fr) sein konnte. Jetzt ist auch in Hessen der Aktenvortrag in den Tag der mündlichen Prüfung integriert.

Ablaufplan

Der zeitliche Ablauf  bei 5 Prüflingen kann der Tabelle entnommen werden.

Stellenbörse am 24. November 2009 im DAV-Haus in Berlin

Nachdem unsere letzten Veranstaltungshinweise doch recht kurzfristig waren, möchten wir Euch schon heute auf eine Stellenbörse im DAV-Haus in Berlin hinweisen. Diese Verantsaltung ist die ideale Möglichkeit, Anwälte für die Anwalts- oder Wahlstation kennenzulernen oder Kontakte zu Kanzleien aus Berlin und Umgebung für den späteren Jobeinstieg zu knüpfen!

Die Praktikums- und Stellenbörse wird bereits zum 10. Mal vom DAV, dem Berliner Anwaltsverein, dem Forum Junge Anwaltschaft Berlin, den rechtswissenschaftlichen Fakultäten der beiden Berliner Universitäten sowie dem Personalrat der Referendare Berlin ausgerichtet. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist sowohl für die ausstellenden Kanzleien als auch für die Besucher kostenlos.

Auf der Seite des Anwaltvereins gibt es die offizielle Ankündigung der Stellenbörse:

10. Praktikums- und Stationsstellenbörse im DAV-Haus Berlin

Am Dienstag, dem 24. November 2009, 18.00 Uhr wird die 10. Praktikums- und Stationsstellenbörse im DAV-Haus, Littenstraße 11, 10179 Berlin stattfinden.

Der DAV bietet Ihnen gemeinsam mit dem Berliner Anwaltsverein, dem Forum Junge Anwaltschaft Berlin, den rechtswissenschaftlichen Fakultäten der beiden Berliner Universitäten sowie dem Personalrat der Referendare Berlin die Gelegenheit, mit Kanzleien aus Berlin und Umgebung ins Gespräch zu kommen und sich den Anwältinnen und Anwälten vorzustellen.

Studierende und Referendare werden gebeten, sich telefonisch unter +49 30 7 26 15 21 88 oder per Mail buchholz [at] anwaltverein.de anzumelden, damit für sie entsprechende Namensschilder vorbereitet werden können. Wer bei seinen anwaltlichen Gesprächspartnern einen bleibenden Eindruck hinterlassen möchte, wird gebeten, Bewerbungsunterlagen mitzubringen.

Weitere Infos kannst Du diesem Flyer entnehmen. Eine Liste der Kanzleien, die an der vorigen 9. Stellenbörse im April 2009 teilgenommen haben, kann hier als PDF-Dokument eingesehen werden.

Endlich. Beginn des Referendariats am LG Köln!

Hallo zusammen,

auch ich möchte in Zukunft über mein Rechtsreferendariat berichten, dass ich im November in Köln endlich beginnen kann.

Ich möchte hier meine Erfahrungen verewigen, um den nachkommenden Referendaren anstehende Entscheidungen möglicherweise zu erleichtern und natürlich eigene Erfahrungen auszutauschen.

Ich arbeite nebenbei in einer Kanzlei und möchte auch zu dem Thema “Nebentätigkeit während des Referendariats: Ja oder Nein?” Erfahrungen einbringen und austauschen. Insbesondere Einkommen und Umfang sind interessant.

Zudem beabsichtige ich das Thema “Großkanzlei” aufzugreifen, um Vorzüge oder Nachteile darzustellen.

Gespannt bin ich auf die Erfahrungen, wann und in welchem Umfang die Lernerei fürs 2.Examen losgehen soll bzw. wird, da auch hier die Meinungen etwas auseinandergehen.

Auf eine interessante Zeit!

arko GmbH sucht Referendare für die Wahlstation

Die arko GmbH hat uns gebeten, auf ihr Ausbildungsangebot für Referendare aufmerksam zu machen. Und dem kommen wir natürlich gerne nach. Da das Unternehmen seinen Sitz in Wahlstedt hat, ist die Ausschreibung insbesondere für Referendare aus Schleswig-Holstein und Hamburg interessant!

Rechtsreferendare haben die Möglichkeit, ihre Wahlstation in der “Rechts- Expansions- und Franchiseabteilung” des Unternehmens zu absolvieren. Gesucht werden laufend

engagierte Referendarinnen und Referendare mit breit gefächerten Rechtskenntnissen und Verständnis für wirtschaftliche Betrachtungen und Zusammenhänge.

Der Aufgabenbereich umfasst natürlich vor allem das Vertragswesen. Darüber hinaus zählt zu den Tätigkeiten:

  • die Vorbereitung, Erstellung und Verwaltung von Miet-, Untermiet-, Franchise- und Dienstleistungsverträgen sowie deren Nachträge, 
  • Bearbeitung von Mängel- und Schadensfällen,
  • Prüfung der wettbewerbsrechtlichen Zulässigkeit von bestimmten Marketingmaßnahmen, 
  • gerichtliche sowie außergerichtliche Korrespondenz in Miet- und Franchiseangelegenheiten,
  • Bearbeitung von Fristenkontrollen und Wiedervorlagen,
  • Überwachung und Kontrolle der eingetragenen Marken.

Wer Interesse hat, findet die vollständige Ausschreibung – inklusive Angaben zum Ansprechpartner für Bewerbungen – auf dieser Seite der arko GmbH

Fazit zur Verwaltungsstation

Die Verwaltungsstation hat den Ruf, die langweiligste aller Stationen im Referendariat zu sein - wenn man diese 3 Monate nicht gerade an der DHV Speyer oder im Ausland verbringt. Natürlich ist es spannender zivilgerichtliche Urteile zu schreiben oder die Staatsanwaltschaft in Strafverfahren zu vertreten, als den Widerspruch gegen einen Hundesteuerbescheid der Gemeinde xy auf Rechtmäßigkeit hin zu überprüfen.

Und da auch ich nicht das “Speyer-Semester” gemacht habe oder in der Verwaltungsstation im Ausland war, kann ich das folgende Fazit sehr gut nachvollziehen:

Im Übrigen bleibt der Eindruck, nichts in der Zeit gelernt zu haben. Alle in den 4 Klausuren zu findenden Probleme wurden durch die Kand. selbst erarbeitet oder von der Vertretung angesprochen. Die 2. Klausur musste abgebrochen werden, da sie einen elementaren Fehler enthielt – eine Gesetzesnovellierung wurde gänzlich übersehen. [...]

Obwohl das Verwaltungsrecht immer zu meinen Lieblingsgebieten gehörte bzw. gehört, war die AG ernüchternd. Um im Examen zufrieden stellende Leistungen zu erbringen absolut nicht geeignet.

Ich habe zwar ein solches Fazit nicht an die Referendarabteilung geschickt ;-) . Inhaltlich kann ich dem aber nur zustimmen. Die Verwaltungsrechts-AG war mit Abstand die AG, die für die Examensvorbereitung und für die Erarbeitung des Stoffs am wenigsten gebracht hat. Meine Lösung des “Problems” bestand darin, Fußball-Quiz und Schiffeversenken mit meinen Tischnachbarn zu spielen und so viel Urlaub wie nur möglich in diese Station zu legen!

Das Pferdeprinzip in der Anwaltsklausur

Diese “Eselsbrücke” zu § 138 III ZPO kannte ich noch nicht:

“Mandantenvorbringen ist niemals nach § 138 III ZPO als unstreitig anzusehen! Man weiß ja nie, was der Gegner noch macht, man hat schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen! – Pferdeprinzip!

Aus einem kostenlos downloadbaren Skript zur Anwaltsklausur von RA Pfeiffer – juratexte.de.

OLG Celle: Nur noch Online-Bewerbung möglich

Das Oberlandesgericht Celle hat sein Einstellungsverfahren geändert. Möchte man sich für das Referendariat in diesem OLG-Bezirk bewerben, muss man sich nun zwingend online bewerben. Damit ist Celle das einzige Gericht, das das Bewerbungsverfahren modernisiert hat und eine Online-Bewerbung zulässt. Eigentlich längst überfällig in den heutigen Zeiten.

Das Bewerbungsverfahren läuft jetzt zweistufig ab: Zunächst einmal muss man die Online-Bewerbung ausfüllen und absenden. Dazu wird auf der Seite des OLG Celle eine Eingabemaske zur Verfügung gestellt, mit der man Schritt für Schritt durch das Bewerbungsverfahren geführt wird.

Ganz ohne den klassischen Postweg kommt aber auch Celle nicht aus. Nachdem man eine Eingangsbestätigung erhalten hat, muss man ein weiteres Formular (“Ergänzende Erklärungen/Anlagen nach Absenden der Online-Bewerbung”) offline ausfüllen und zusammen mit weiten Unterlagen an das Oberlandesgericht senden.

Aus dem Merkblatt zur Bewerbung in Niedersachsen geht im übrigen hervor, dass bei den anderen beiden Oberlandesgerichten Oldenburg und Braunschweig noch das alte Bewerbungsverfahren gilt. Nur beim OLG Celle ist somit ein Online-Bewerbungsverfahren möglich. Warum sich die 3 OLGs nicht auf ein einheitliches Verfahren verständigen können, was es insbesondere für Bewerber einfacher machen würde, die sich für alle 3 Bezirke bewerben möchten, bleibt ein Geheimnis…

Neuauflage des Kopp/Schenke erschienen

Inzwischen ist die 16. Auflage des VwGO-Kommentars erschienen. Deshalb verkaufen wir nun die Vorauflage des Kopp/Schenke, die für die Referendarausbildung bei Gericht, insbesondere für die Pflichtklausuren in der Verwaltungsrechtsstation, vollkommen ausreicht.

Und die Vorauflagen anderer Kommentare – wie zum Beispiel den StPO-Kommentar Meyer-Goßner – findest Du ebenfalls bei uns im Shop!

Wartezeit in Berlin und die Computerprobleme des Kammergerichts

Ich habe noch keinen Platz, das vorweg. Und ich wäre gerne endlich dabei gewesen. Somit muss ich eine von vielen Juristen sein. Aber wo sind meine Leidensgenossen? Ich bin noch keinem anderen begegnet…

Und heute kam die erschütternde Nachricht, dass bei den auswärtigen Bewerbern, zu denen ich (leider) gehöre, bisher erst die berücksichtigt wurden, die sich im April 2008 beworben hatten. April! 2008! Meine Bewerbung stammt vom Februar 2009, ich darf also noch eine ganze Weile gedulden. Hoffnungen hatte ich mir gestern abend gemacht, als ich nach ein paar Wochen mal wieder auf die Liste guckte und mich darin nicht mehr fand. Nur jemand mit ähnlichem Geburtsdatum und einer Zusage. Vielleicht ein Zahlendreher? Aber wo war dann meine Zusage geblieben? Vielleicht an meine alte Adresse geschickt? Ich malte mir schon aus, wie ich meinen derzeitigen Job möglichst schnell loswerde, schließlich beginnt die nächste Runde schon Anfang November, also in zwei Wochen!

Ich malträtierte das Telefon wie verrückt, ab 9 Uhr heute morgen rief ich nacheinander alle Nummern des Kammergerichts an, die ich auftreiben konnte. Doch ich erreichte niemand. Mittlerweile verstehe ich, warum niemand dort mit mir reden wollte: Ein Computerproblem. Seit letzter Woche laufen die Apparate heiß, weil die Listen durcheinander gekommen sind, und viele sich in den Listen nicht dort wieder finden, wo sie sich vermuten. Ich aber blieb hartnäckig, schließlich ging es darum, ob ich in zwei Wochen anfangen würde oder nicht. Nach etwa 20 Minuten hatte ich endlich eine Frau am Telefon. Sie redete etwas von Computerproblemen. Davon wollte ich nichts hören, ich wollte nur endlich wissen, ob ich denn eine Zusage hätte bekommen sollen. Sie schaute in der guten alten Kartei nach… Minuten des Wartens vergingen und meine Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt. Und dann meinte sie, es tue ihr leid, aber ich hätte noch keine Zusage erhalten. Auswärtige Bewerber wären nur mit einer Bewerbung zum Mai 2008 berücksichtigt worden. Die Enttäuschung kroch in mir hoch, ich stammelte nur noch etwas von wegen, ich warte doch nun schon seit 6 Monaten. Aber es half nichts, ich war wieder nicht dabei, und ich ärgere mich über das Kammergericht. Die schreiben auf ihrer Homepage noch immer etwas von Wartezeiten bis zu 6 Monaten. Natürlich ohne Garantie. Und dass man das natürlich nur für die Vergangenheit sagen könne. Aber wir haben jetzt Wartezeiten von über 15 Monaten, da wäre doch wirklich mal eine Aktualisierung angebracht.

Doch ich muss meinen Ärger jetzt runterschlucken. Und mich (mal wieder) in Geduld üben. Und meinen Job werde ich erst mal behalten.

Obduktion in der Strafrechtsstation

Die Strafrechtsstation ist eine der abwechslungsreichsten Stationen von allen: Polizeifahrt, JVA-Besuch, Trinktest und eben auch die Möglichkeit, bei einer Obduktion dabei zu sein, womit sich dieser Artikel beschäftigt.

Wie auch die anderen Highlights der Strafrechtsstation ist die Teilnahme an der Obduktion natürlich freiwillig und keine Pflichtveranstaltung. Zu beginn der Station wird meist durch den AG-Leiter abgefragt, wer Interesse hat. Sofern keine Abfrage stattfindet, kann man sich auch direkt an den AG-Leiter wenden, der meist weiterhelfen kann. Die genauen Termine stehen natürlich erst kurzfristig fest (einige Tage vorher), je nach dem, ob eine Obduktion stattfindet, die für die Teilnahme zu Ausbildungszwecken geeignet ist.

Wenn dann die Formalien erledigt sind und man sich in der Rechtsmedizin eingefunden hat, beginnt das Ganze erst recht harmlos: Die Mediziner stellen sich vor, erläutern kurz, was passieren wird und holen den Toten aus der Kühlkammer (dieser ist zunächst abgedeckt). Hier hat man nun erstmalig die Chance, sich doch wieder zu entfernen, falls man merkt, dass das doch zu viel ist. Anschließend wird eine so genannte äußere Leichenschau durchgeführt, man schaut nach Merkmalen von Gewalteinwirkung o.ä. Auch die Kleidung wird ausführlich begutachtet, ebenso die Körperöffnungen.

Wenn man als Referendar dies ohne größere Probleme überstanden hat, wird es nun ernst: Es beginnt die innere Leichenschau. Hier wird der gesamte Körper geöffnet, inklusive Rücken, Brust- und Bauchbereich, Schädel und Hals. Dies erfordert teilweise sehr rabiates Vorgehen, da schließlich Knochen im Weg sind. Insbesondere die Schädelöffnung ist schon ziemlich krass, ebenso die Geruchsentwicklung, wenn es in den Darmbereich geht. Das alles ist aber auf jeden Fall höchst interessant, da die Mediziner auch alles genau erläutern und schon erste Vermutungen anstellen, was die Todesursache angeht (hierum geht es schließlich, deshalb sind auch Vertreter der Polizei und Staatsanwaltschaft anwesend). Erstaunlich ist, nachdem dem Toten viele Organe und insbesondere das Gehirn entnommen worden sind, dass nach dem Ende der Obduktion der Tote genauso aussieht wie zuvor.

Im Ergebnis kann man also sagen: Ob dies für die Ausbildung tatsächlich relevant ist, darüber lässt sich sicherlich streiten. Ich glaube nicht, dass sich vor Ort als Staatsanwalt oder in welcher Funktion auch immer, mehr in Erfahrung bringen lässt, als das, was man im anschließenden Obduktionsgutachten zu lesen bekommt, wir sind schließlich Juristen und keine Mediziner. Auf der anderen Seite ist die Obduktion etwas, was einem ewig in Erinnerung bleibt und vielleicht auch eine andere Sicht auf die Dinge ermöglicht.

Einen weiteren Bericht über eine Obduktion von einem Referendar findet Ihr hier.

Examensergebnisse 2008 in Baden-Württemberg

Nach vielen anderen Justizprüfungsämtern hat nun auch das LJPA des Landes Baden-Württemberg die Statistiken aus dem Jahr 2008 veröffentlicht. Auch wenn es nicht ausschlaggebend sein sollte, in welches Bundesland man zum Referendariat geht, so lohnt sich dennoch sicherlich ein Blick auf die zurzeit bestehenden Durchfallquoten und der Anzahl an Prädikatsexamina.

Im Jahr 2008 haben in Baden-Württemberg insgesamt 988 Kandidaten am zweiten Examen teilgenommen. Damit stieg die Zahl der Prüflinge im Vergleich zu den Vorjahren erneut leicht an. Hinsichtlich der Ergebnisse gab es eine erfreuliche Tendenz für die Referendare: Während die Durchfallquote um knapp 1 % auf nun 12,65 % sank, stieg die Quote der Prädikatsexamina deutlich von 11,7 % im Jahr 2008 auf jetzt 14,88 %!

Interessant sind schließlich die Infos zu den Notenverbesserern: Insgesamt 143 Kandidaten haben zumindest die schriftlichen Klausuren zur Verbesserung mitgeschrieben. Nach Abzug derjenigen, die auf die mündliche Prüfung verzichteten, haben immerhin 76 Kandidaten ihr Ergebnis verbessert; bei 46 Kandidaten reichte die Verbesserung für einen Notensprung.

Die Zahlen des Jahresberichts haben wir bereits bei der Seite zum Referendariat in Baden-Württemberg berücksichtigt. Wer sich für die Statistiken in den anderen Ländern interessiert, kann sich darüber auf unseren Infoseiten zum Rechtsreferendariat informieren.

Elektronisches Schwarzes Brett am KG Berlin

Eine an den Ausbildungsgerichten in Deutschland einmalige Idee wurde schon vor einiger Zeit beim KG Berlin realisiert: Das elektronische Schwarze Brett. Auf der Seite des KG Berlin, eingegliedert in die Internetpräsenz der Stadt Berlin, findet sich eben dieses Schwarze Brett und informiert, übersichtlich in Rubriken eingeteilt, über folgendes:

- Ausbildungsangebote von Kanzleien, Rechtsabteilungen und der öffentlichen Hand für Referendare in Berlin/Brandenburg, die sich in der Verwaltungsstation, Anwaltsstation oder Wahlstation befinden (sehr umfangreich und vielseitig)

- Ausbildungsangebote in ganz Deutschland außer Berlin/Brandenburg (leider nur auf einer Seite, was aber verständlich ist, es soll ja hauptsächlich die Referendare aus Berlin/Brandenburg ansprechen)

- Ausbildungsangebote im Ausland (dieser Bereich liefert Kontaktdaten hauptsächlich von Kanzleien; sehr weit gefächert von New York über Madagaskar bis nach Paris ist alles dabei und lässt kaum Wünsche offen)

Insbesondere die Ausbildungsangebote im Ausland sind für Referendare in ganz Deutschland interessant, man muss sich nicht ins Gericht setzten und die veralteten Wahlstationsordner wälzen, sondern sieht hier auf einen Blick, wann das Angebot eingestellt wurde bzw. wie aktuell es ist.

Das elektronische Schwarze Brett ist eine sehr sinnvolle Stellenbörse, die hoffentlich auch bald an anderen Gerichten zu finden ist.

Examenstermin Oktober: 4. Zivilrechtsklausur

Die letzte Klausur in diesem Monat war offenbar die einzige, wo in NRW und den anderen Ländern unterschiedliche Klausuren liefen.

In den GPA-Ländern ging es offenbar um diesen Fall des LG Bonn.

Und die Infos zum Fall in NRW fallen recht kurz aus, aber Feiern ist wichtiger!!

Wir hatten heute einen unfähigen Tanklastwagenfahrer…

[Quelle: Jurawelt-Forum]

Examenstermin Oktober: 3. Zivilrechtsklausur

Heute gab es offenbar Zwangsvollstreckungsrecht. Die Hinweise im Jurawelt-Forum fallen allerdings kurz aus:

GmbH & Co KG hat Titel erwirkt gegen jetzige § 767-Klägerin, einmal aus Kommanditeinlagenpflicht und einmal auf Zahlung der Darlehensvaluta, dann nur Berufung gegen Kommanditeinlagenpflicht eingelegt – Berufung zurückgewiesen.

Zwischen den jeweiligen mV demontiert der GEschäftsführer Schritt für Schritt die KG bis der GEsellschaftszweck nicht mehr erreichbar ist und alle abspringen, auch der Alleingesellschafter der Komplementär-GmbH, der als Einziger außer der Klägerin noch Geld eingebracht hat.

Klägerin erhebt die Einwendung der Kündigung gegen DArlehen und Einlageverpflichtung (sprich GEsellschaftsvertrag)

auch bei uns herausgabeantrag analog § 371 BGB

Interessante Termine für Referendare

Es gibt viele Möglichkeiten, Kontakte für zukünftige Stationen zu knüpfen und wichtige Informationen für das Referendariat zu erhalten. Und dies nicht nur über Mund-zu-Mund-Propoganda, sondern es gibt auch viele offizielle Verantsaltungen, die man dazu nutzen kann und sollte.

Zwei (kurzfristige) Hinweise auf solche Veranstaltungen, die beide bereits morgen stattfinden werden, möchten wir Euch hier geben. In Berlin kann man Kontakte zu Anwälten knüpfen; In Bayern gibt es Infos zum zweiten Staatsexamen aus erster Hand:

Berlin

Via jurabilis… sind wir auf den Jura-Praxis-Tag an der HU Berlin aufmerksam geworden. Und auch wenn diese Jobmesse in der Uni stattfindet, richtet sich die Veranstaltung ausdrücklich auch an Rechtsreferendare. Sicherlich eine gute Gelegenheit, mögliche Anwaltskanzleien für die Anwaltsstation kennen zu lernen.

Angesprochen sind natürlich auch die Referendar/innen und wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen der Juristischen Fakultät. An diesem Tag besteht die Möglichkeit zu intensiven, gut vorbereiteten, persönlichen Gesprächen mit Vertretern in Berlin ansässiger Anwaltskanzleien.

Bayern

In Bayern laden die Münchener Juristische Gesellschaft e.V. und der Verein der Rechtsreferendare in Bayern e.V zu einer Sonderveranstaltung ein. Zum Thema “Erfahrungen aus der zweiten juristischen Staatsprüfung” spricht unter anderem der Leiter des Bayer. Landesjustizprüfungsamts Herr Ministerialdirigent Dr. h.c. Heino Schöbel.

Die Referenten werden über ihre Erfahrungen aus der zweiten juristischen Staatsprüfung berichten. Sie werden dabei aus Sicht eines Prüfers und eines ehemaligen Prüflings über sie Vorbereitung und die Durchführung der schriftlichen und mündlichen informieren und aufzeugen, welche Anforderungen an die Teilnehmer gestellt werden. Im Anschluss an die Veranstaltung besteht bei einem gemeinsamen Imbiss noch Gelegenheit zu einem weiteren Gedankenaustausch.

Beide Veranstaltungen sind interessante Termine für Kurzentschlossene. Sie finden beide bereits morgen, Dienstag, den 13.10.2009 statt!

 

 

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