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Sachsen-Anhalt

 

Landeshauptstadt: Magdeburg

Einwohnerzahl: ungefähr 2,5 Mio.

Neueinstellungen pro Jahr: ca. 60 Referendare

Grundsätzliches zum Auswahlverfahren

In Sachsen-Anhalt werden die freien Referendarsplätze nach der „Verordnung über die Zulassung zum juristischen Vorbereitungsdienst“ nach folgendem Schlüssel verteilt 

  • zu 45 % nach dem Ergebnis im ersten Staatsexamen,
  • zu 40 % nach der Wartezeit und
  • die übrigen Plätze an Bewerber wegen eines besonderen Härtefalls 

Relevant ist dieses Zuteilungsverfahren zurzeit jedoch nicht, da laut den Informationen auf den Internetseiten des Landes Sachsen-Anhalt momentan keine Wartezeit besteht.

Einstellungstermine & Ausbildungsgerichte

In Sachsen-Anhalt werden 2 Mal im Jahr Referendare in den Vorbereitungsdienst eingestellt, und zwar zum 01. März und zum 01. September bei den Landgerichten Halle und Magdeburg. Darüber hinaus werden gegebenenfalls bei einer entsprechenden Nachfrage zusätzliche AGs beim LG Dessau oder beim LG Stendal eingerichtet.

Zusatz (B) bei Fotos: © by Borgelt & Partner Rechtsanwälte

Wartezeit

Wartezeiten gibt es in Sachsen-Anhalt – wie oben bereits erwähnt – derzeit nicht. Allen Bewerbern kann also zurzeit zum nächstmöglichen Einstellungstermin ein Referendarplatz angeboten werden.

Bewerbung und Bewerbungsverfahren

Zuständig für die Ernennung zum Rechtsreferendar bzw. zur Rechtsreferendarin ist in Sachsen der Präsident des OLG Naumburg. Die Bewerbung ist dementsprechend zu richten an den

Präsidenten des OLG Naumburg
Domplatz 10
06618 Naumburg

Bewerbungsunterlagen

Als Bewerbung sind neben dem Antrag nebst Anlagen, der als Vordruck herunter geladen werden kann, folgende Unterlagen einzureichen:

  • eine beglaubigte Ablichtung über das Bestehen der ersten juristischen Staatsprüfung sowie eine beglaubigte Kopie der Exmatrikulationsbescheinigung
  • einen eigenhändig geschriebenen und unterschriebenen Lebenslauf
  • ein Passbild, wobei der Name auf der Rückseite zu vermerken ist
  • ggf. eine Aufenthaltsbescheinigung
  • eine beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde sowie ggf. weiterer Personenstandsurkunden
  • ggf. eine beglaubigte Kopie der Dienstzeitbescheinigung über abgeleisteten Wehr- oder Zivildienst
  • schließlich ist ein Führungszeugnis (Belegart „O“) zu beantragen

Bewerbungen werden für einen Einstellungstermin nur dann berücksichtigt, wenn sie 6 Wochen vor diesem Termin vollständig eingegangen sind. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass es sich dabei um eine Ausschlussfrist handelt, dass diese Frist also unbedingt einzuhalten ist. Auf der anderen Seite soll eine Bewerbung aber auch nicht früher als 3 Monate vor dem Einstellungstermin eingereicht werden.

Das weitere Verfahren

Allen Bewerbern, die nach den oben genannten Kriterien eingestellt werden können, wird ein konkretes Angebot unterbreitet. Diese müssen dann innerhalb einer Frist von 1 Woche erklären, ob sie den Referendarplatz annehmen möchten oder nicht. Unterbleibt eine Antwort oder lehnt ein Bewerber den Platz ausdrücklich ab, wird diese frei gewordene Referendarstelle gegebenenfalls im Nachrückverfahren den nächsten Bewerbern angeboten.

Berücksichtigung von Ortswünschen

Auch in Sachsen-Anhalt kann man in dem Antrag mehrere Ortswünsche angeben. Natürlich wird gleichzeitig wieder darauf hingewiesen, dass man keinen Anspruch auf Einstellung an einem bestimmten Landgericht hat, die Bewerbung sich also in jedem Fall auf alle 4 Landgerichte bezieht.

Aussagen darüber, ob bzw. unter welchen Umständen ein Ortswunsch berücksichtigt wird, kann man nicht treffen. Dies hängt davon ab, wie viele Wünsche für einen bestimmten Ort von allen Bewerbern abgegeben wurden bzw. welche Gründe man selbst und die anderen für einen bestimmten Ort genannt hat.

Unterhaltsbeihilfe

Auch in Sachsen-Anhalt besteht zwischen dem Land und dem Referendar ein „öffentlich-rechtliches Ausbildungsverhältnis“. Laut der „Verordnung über Unterhaltsbeihilfen an Rechtsreferendare“ erhalten Referendare  einen Grundbetrag in Höhe von 890,37 € brutto monatlich. Dieser Grundbetrag erhöht sich, wenn auch die besoldungsrechtlichen Anwärterbezüge erhöht werden. Seit dem 01.07.2014 beträgt die Beihilfe 1081,75 € brutto. Darüber hinaus wird auch in Sachsen-Anhalt ein Familienzuschlag gezahlt. Weihnachts- und Urlaubsgeld werden auch in Sachsen-Anhalt nicht mehr gezahlt.

Ablauf und Inhalt des Referendariats

Das Referendariat ist in Sachsen-Anhalt wie folgt aufgebaut:

1.-4. Monat: Zivilrechtsstation    

regelmäßig Arbeitsgemeinschaft und Zuweisung und Ausbildung bei einem ordentlichen Gericht in Zivilsachen

5.-8. Monat: Strafrechtsstation   

wöchentlich AG und Zuweisung und Ausbildung bei einem Staatsanwalt

9.-12. Monat: Verwaltungsstation

Arbeitsgemeinschaft sowie Ausbildung bei einer Kommunalverwaltung (Stadt, Kreis) oder einer anderen Behörde; möglich ist auch ein Studium an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer (siehe dazu auch unten 2.)

13. – 21. Monat: Anwaltsstation  

begleitende AG; Ausbildung bei einem Anwalt, den man sich selbst sucht

im 20. Monat: schriftliches Examen

8 Klausuren; ausführliche Informationen dazu gibt es weiter unten

22.-24. Monat: Wahlstation

in einem der folgenden Schwerpunktbereiche: Zivilrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht, Sozialrecht, Strafrecht, Verwaltungsrecht, Steuerrecht oder Europarecht. Bei Wahl des Bereichs Verwaltungsrecht oder Europarecht kann man auch hier ein Semester an der DHV Speyer verbringen

Das zweite Staatsexamen in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt schreibt man im schriftlichen Examen 8 Klausuren (2 Zivilrechts-, 2 Strafrechts-, 2 Ö-Rechts-Klausuren sowie 2 Klausuren aus anwaltlicher Sicht). Geschrieben werden die Klausuren jeweils während des 20. Ausbildungsmonats und zwar innerhalb von 2 Wochen. Inhaltlich sind in der Regel Urteile oder andere gerichtliche Entscheidungen anzufertigen oder aber aus anwaltlicher Sicht Sachverhalte zu begutachten und den Mandanten daraufhin zu beraten.

Im schriftlichen Examen zugelassen sind unter anderem folgende 6 Kommentare: Palandt, Thomas/Putzo, Fischer, Meyer-Goßner, Kopp/Schenke und Kopp/Ramsauer. Da man auf jeden Fall die neueste Auflage der Kommentare im Examen zur Verfügung haben sollte und die Bücher sehr teuer sind, vermieten wir diese Kommentare an Rechtsreferendare. Unser Angebot für Referendare aus Sachsen-Anhalt findest Du hier

Nach der Wahlstation folgt dann die abschließende mündliche Prüfung. Die Prüfung besteht aus einem Aktenvortrag, auf dem man sich am Tag selbst innerhalb von 1 Stunde vorbereiten muss, und einem Prüfungsgespräch., welches alle Fächer umfasst und vergleichbar mit der mündlichen Prüfung im ersten Examen ist.

Statistik zum zweiten Examen

Für Juristen, die sich überlegen, in welchem Bundesland sie das Referendariat ableisten wollen, ist es sicherlich auch wichtig, einen Blick auf die Examensstatistiken zu werfen, insbesondere wie hoch die Durchfallquote und der Anteil an Prädikatsexamina ist. Für Sachsen-Anhalt ergibt sich folgendes Bild:

dyerware


Früher war die Durchfallquote im Vergleich zum Bundesdurchschnitt immens hoch und die Anzahl an Prädikatsexamina sehr gering. 2009 und auch 2011 ist dann die Durchfallquote sogar unter den Schnitt aller Länder gerutscht.

Notenverbesserung

In Sachsen-Anhalt wurde bereits ein Notenverbesserungsversuch eingeführt. Wer diesen Verbesserungsversuch wahrnehmen möchte, muss eine Gebühr in Höhe von 400 € zahlen. Ein Antragsformular sowie ein Hinweisformular können auf der Internetseite des Landes herunter geladen werden.