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Bremen

 

Landeshauptstadt: Bremen

Einwohnerzahl: ungefähr 550.000

Neueinstellungen pro Jahr: ca. 60 Referendare

Grundsätzliches zum Auswahlverfahren

Übersteigt die Anzahl an Bewerbungen die Zahl der freien Referendarstellen werden die Plätze nach folgendem Schlüssel vergeben: 

  • bis zu 15 % der Plätze werden an die Bewerber vergeben, für die die Versagung der Zulassung einen besonderen Härtefall darstellen würde
  • bis zu 45 % der Plätze gehen an die Bewerber nach dem Ergebnis der ersten juristischen Staatsprüfung, die sich bereits erfolglos um die Aufnahme in den Vorbereitungsdienst in Bremen beworben haben
  • die restlichen Plätze werden nach dem Ergebnis der ersten juristischen Staatsprüfung verteilt (unabhängig von einer vorherigen erfolglosen Bewerbung)

Einstellungstermine & Ausbildungsgerichte

In Bremen werden 2 Mal jährlich Referendare eingestellt, nämlich jährlich 50 Referendare verteilt auf die zwei Einstellungstermine zum 01. April und zum 01. Oktober.

Leiter des Ausbildung ist die Präsidentin des Hanseatischen Oberlandesgerichts Bremen. Die Ausbildung selbst findet an allen Bremischen Gerichten statt, insbesondere am OLG und LG.

Zusatz (B) bei Fotos: © by Borgelt & Partner Rechtsanwälte

Wartezeit

Bezüglich der Wartezeiten finden sich auf den Internetseiten keine Infos. Wir haben aber von einer Referendarin die Information erhalten, dass man in der Vergangenheit das erste Examen mit ca. 9,5 Punkten bestanden haben muss, um über die Leistungsliste einen Referendarplatz in Bremen zu erhalten.

Um den Start des Vorbereitungsdienstes gut planen zu können, sollte man sich die aktuelle Situation bei der Referendarabteilung nachfragen. Als Ansprechpartner sind auf der Homepage des OLG Frau Tecklenburg-Periscke (0421 / 361 4525) sowie Frau Sanders (0421 / 361 4535) genannt.

Bewerbung und Bewerbungsverfahren

Zuständig für Bewerbungen für die Einstellung in den Referendardienst ist in Bremen das Hanseatische Oberlandesgericht Bremen. Die Anschrift lautet:

An die Präsidentin des
Hanseatischen Oberlandesgerichts
Am Wall 198
28195 Bremen
http://www.bremen.de/sixcms/list.php?page=01

Bewerbungsunterlagen

Neben dem Aufnahmeantrag müssen folgende Unterlagen eingereicht werden:

  • ein tabellarischer Lebenslauf
  • eine beglaubigte Ablichtung des Prüfungszeugnisses über die erste juristische Staatsprüfung
  • eine beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde bzw. ggf weiterer Personenstandsurkunden
  • ein ausgefüllter Personalbogen nebst Lichtbild
  • weitere Erklärungen entsprechend des Vordrucks

Bewerbungsfrist

Die Bewerbungsunterlagen müssen 6 Wochen vor dem Einstellungstermin beim OLG eingegangen sein, um berücksichtigt werden zu können. Die konkreten Bewerbungsfristen können auf der Internetseite des Hanseatischen Oberlandesgerichts Bremen eingesehen werden (dort Punkt 2.2.).

Das weitere Verfahren

Infos zum weiteren Verfahren, insbesondere wann die Zusagen und Ablehnungen verschickt werden, finden sich nicht.

Unterhaltsbeihilfe

In Bremen beträgt die Unterhaltsbeihilfe ab dem 01.07.2013 genau 1071,99 € brutto. Neben der Unterhaltsbeihilfe werden bei Vorliegen der Voraussetzungen auch Familienzuschläge gezahlt. Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld gibt es dagegen nicht.

Auch in Bremen wird man nicht mehr als Beamter auf Widerruf eingestellt, sondern man steht in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis zum Land Bremen.

Ablauf und Inhalt des Referendariats

Das Referendariat ist in Bremen laut des „Gesetzes zur Neuordnung der bremischen Juristenausbildung“ folgendermaßen aufgebaut:

5 Monate: Zivilrechtsstation   

3-wöchiger Einführungslehrgang; Zuweisung und Ausbildung bei einem ordentlichen Gericht in Zivilsachen (Amts- oder Landgericht)

3,5 Monate: Strafrechtsstation

3-wöchiger Einführungslehrgang; Zuweisung und Ausbildung bei einem Staatsanwalt oder einem Gericht in Strafsachen

3,5 Monate: Verwaltungsstation

3-wöchiger Einführungslehrgang; Ausbildung bei einer Behörde; möglich ist auch ein Studium an der der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer; auch ist es in Bremen möglich, die Ausbildung in dieser Station beim Verwaltungs- oder Sozialgericht zu absolvieren

9 Monate: Anwaltsstation

Ausbildung bei einem Anwalt, den man sich selbst sucht; bis zu 3 Monate kann man auch bei einem Notar, einem Verband oder einer Rechtsabteilung eines Unternehmens verbringen

im 21. Monat: schriftliches Examen

8 Klausuren; ausführliche Informationen dazu gibt es weiter unten

3 Monate: Ausbildung im Wahlbereich

Folgende Wahlbereiche können gewählt werden: Internationales Recht und Recht der Europäischen Gemeinschaft; Bürgerliches Recht; Wahlbereich Familie; Wirtschaft und Handel; Kriminalwissenschaften; Staat und Verwaltung; Arbeit und Soziales. Auch in diese Station kommt eine Zuweisung an die DHV Speyer in Betracht

anschließend: die mündliche Prüfung

Das zweite Staatsexamen in Bremen

Im schriftlichen Examen in Bremen schreibt man 8 Klausuren (4 Zivilrechts-, 2 Strafrechts- und 2 Ö-Rechts-Klausuren). Geschrieben werden die Klausuren am Ende der Anwaltsstation (21. Ausbildungsmonat). Inhaltlich sind in der Regel Urteile oder andere gerichtliche Entscheidungen anzufertigen oder aber aus anwaltlicher Sicht Sachverhalte zu begutachten und den Mandanten daraufhin zu beraten. 

Im schriftlichen Examen zugelassen sind 6 Kommentare (Palandt, Thomas/Putzo, Fischer, Meyer-Goßner, Kopp/Schenke und Kopp/Ramsauer). Da man auf jeden Fall die neueste Auflage der Kommentare im Examen zur Verfügung haben sollte und die Bücher sehr teuer sind, vermieten wir diese Kommentare an Rechtsreferendare. Unser Angebot für Referendare aus Bremen findest Du hier

Nach der Wahlstation kommt dann noch die abschließende mündliche Prüfung. Inhaltlich besteht die mündliche Prüfung aus einem Aktenvortrag, der inhaltlich aus dem vom Kandidaten in der Wahlstation gewählten Schwerpunktbereich stammt und auf dem man sich am Tag der mündlichen Prüfung in einem separaten Raum vorbereitet, und einem Prüfungsgespräch.

Statistik zum zweiten Examen

Für Juristen, die sich überlegen, in welchem Bundesland sie das Referendariat ableisten wollen, ist es sicherlich auch wichtig, einen Blick auf die Examensstatistiken zu werfen, insbesondere wie hoch die Durchfallquote und der Anteil an Prädikatsexamina ist. Für Bremen ergibt sich folgendes Bild:

dyerware


In Bremen sind die Durchfallquote und die Anzahl an Prädikatsexamina deutlich am Schwanken, sodass man daran grundsätzlich keinen Trend ablesen kann. Im Jahr 2010 lag die Durchfallquote kurzzeitig über dem Bundesdurchschnitt.

Notenverbesserung

Auch in Bremen gibt es seit Ende 2007 einen Verbesserungsversuch. Die Einzelheiten ergeben sich aus dem Änderungsgesetz, aus der dazu gehörenden Gebührenordnung und aus einem Merkblatt des Gemeinsamen Prüfungsamtes für die Länder Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Danach gilt:

  • Der Verbesserungsversuch ist schriftlich beim Gemeinsamen Prüfungsamt zu beantragen.
  • Der Antrag hat spätestens 4 Monate nach Ablegen der mündlichen Prüfung des Erstversuchs zu erfolgen.
  • Die Prüfung ist vollständig zu wiederholen, Leistungen aus dem Erstversuch können nicht angerechnet werden.
  • Der Kandidat wird regelmäßig zum nächstmöglichen Termin nach Antragsstellung geladen. Es gelten dabei folgende Vorlauffristen:

Antragsstellung bis zum 15.02: Klausuren für den Verbesserungsversuch im April

Antragsstellung bis zum 15.04: Klausuren für den Verbesserungsversuch im Juni

Antragsstellung bis zum 15.06: Klausuren für den Verbesserungsversuch im August

Antragsstellung bis zum 15.08: Klausuren für den Verbesserungsversuch im Oktober

Antragsstellung bis zum 15.10: Klausuren für den Verbesserungsversuch im Dezember

Antragsstellung bis zum 15.12: Klausuren für den Verbesserungsversuch im Februar

  • Ein Wechsel des im Erstversuch gewählten Schwerpuntbereichs ist nicht möglich.
  • Es wird eine Prüfungsgebühr in Höhe von grundsätzlich 600 Euro erhoben. Diese Gebühr ermäßigt sich auf 300 Euro, wenn man wegen Nichtteilnahme an den Klausuren nicht besteht oder auf die Fortsetzung des Verbesserungsversuchs innerhalb von 1 Woche nach den Klausuren verzichtet. Verzichtet man auf eine Fortführung des Versuchs innerhalb von 1 Woche nach Bekanntgabe der Ergebnisse der Klausuren oder ist man nach der Bewertung der Klausuren durchgefallen, ermäßigt sich die Gebühr wenigstens um 100 Euro auf dann 500 Euro.