Welt für Rechtsreferendare Forum für Rechtsreferendare Stationsangebote, Nebenjobs und Veranstaltungen für Rechtsreferendare RefNews Blog mit Neuigkeiten für Rechtsreferendare
Skripte, Kommentare und Vorauflagen für Rechtsreferendare Protokolle, Aktenvorträge und Rechtsprechung für Rechtsreferendare Examenskommentare für das 2. Staatsexamen mieten

KOMMENTARE MIETEN STATT KAUFEN

Kommentare mieten Vorauflagen & Co. ReferendariatNews Ref-Infoseiten Surftipps
Der Bielefelder Kompaktkurs

 

Durchführung: jährlich seit 1990

Abschluss: LL.M. Rechtsgestaltung und Prozessführung

Kosten des LL.M.: 1475 Euro pro Semester

Vorab

Die meisten Juristen arbeiten später als Rechtsanwalt/-anwältin. Auf diesen Umstand hat das Institut für Anwalts- und Notarrecht der Universität Bielefeld bereits frühzeitig reagiert und im Jahre 1990 den Bielefelder Kompaktkurs ins Leben gerufen. Der Bielefelder Kompaktkurs ist gerade für Rechtsreferendare eine optimale Möglichkeit, sich während des Referendariats bzw. nach dem zweiten Examen speziell auf den Anwaltsberuf vorzubereiten, und kann nicht zuletzt aufgrund der langen Tradition als „Institution des Referendariats“ bezeichnet werden.

Auch die Justizverwaltungen haben darauf reagiert. Der Bielefelder Kompaktkurs ist in allen Bundesländern als Ausbildungsstelle anerkannt und kann somit vollständig in das Referendariat integriert werden. Dazu bedarf es dann neben der Anmeldung einer Zuweisung durch die Referendarabteilung.

Der Bielefelder Kompaktkurs ist modulartig aufgebaut und bietet die Gelegenheit, eine auf die Anwaltschaft zugeschnittene, praxisorientierte Qualifikation zu erhalten, die sich sicherlich auch bei den späteren Bewerbungen förderlich auswirkt. Darüber hinaus ist es seit dem Jahr 2006 möglich, aufbauend auf den Kompaktkurs einen LL.M. „Rechtsgestaltung und Prozessführung“ zu erwerben. Auch dieser Master weist dem zukünftigen Arbeitgeber das besondere Interesse am Anwaltsberuf und vertiefte Kenntnisse in den zentralen anwaltlichen Tätigkeitsbereichen nämlich der gerichtlichen und außergerichtlichen Interessenwahrnehmung, der Streitbeilegung und der Rechtsgestaltung nach.

Allgemeine Infos zum Bielefelder Kompaktkurs

Der Bielefelder Kompaktkurs findet von Februar bis April jeden Jahres an der Universität Bielefeld statt. Trotz dieses festen Zeitraums ist es in allen Bundesländern möglich, den Kompaktkurs in das Referendariat zu integrieren. Zudem ist es nicht verpflichtend, den gesamten Kompaktkurs zu absolvieren. Man kann auch einzelne Monatsmodule buchen.

Der Kompaktkurs selbst ist auf Vollzeit angelegt. Er findet täglich zwischen 10 – 13 Uhr sowie 14 – 17 Uhr statt. Der gesamte Kompaktkurs besteht somit aus ca. 60 Kurstagen zu je 6 Stunden.

Die Zielsetzung

Der Bielefelder Kompaktkurs möchte die Teilnehmer auf den Anwaltsberuf vorbereiten. Referenten und Referentinnen sind nahezu ausschließlich Praktiker (Rechtsanwälte, Richter, Staatsanwälte). Vermittelt werden die für Anwälte unverzichtbaren Kompetenzen in Rechtsgestaltung, Rechtsberatung und auch Prozessführung. Der Kompaktkurs stellt demnach eine Ergänzung der anwaltlichen Ausbildung des Referendariats dar. Diese ist oftmals unzureichend, da viele Ausbildungskanzleien schon zeitlich nicht in der Lage sind, den Referendar mit allen relevanten Themengebieten – insbesondere dem sowohl für Examen als auch Praxis wichtigen Verfahrensrecht – vertraut zu machen, und Referendare gerade kurz vor dem Examen lieber „tauchen“.

Weiteres Ziel des Kurses ist die Vorbereitung auf das zweite juristische Staatsexamen.

Der Aufbau und Inhalt des Bielefelder Kompaktkurses

Der Bielefelder Kompaktkurs besteht aus 3 Monatsmodulen. Diese 3 Module sind ebenfalls Bestandteil des Masterstudiengangs „Rechtsgestaltung und Prozessführung“. Man kann aber auch einzelne Module buchen.

Die Themen der Module sind auf die anwaltlichen Belange zugeschnitten. Eine aktuelle Themenliste kann auf der Seite des Kompaktkurses eingesehen werden. Danach werden unter anderem folgende Veranstaltungen angeboten:

  • Februar: Anwaltliche Denk– und Arbeitsweise (Mandatsaufnahme / Ablauf der Mandatsbearbeitung); anwaltliches Berufsrecht; anwaltliche Haftung; Gebührenrecht; Zivilprozess– und Zwangsvollstreckungsrecht.
  • März: Existenzgründung; Buchführung in der Anwaltskanzlei; Materielles Recht wie Arbeitsrecht, Mietrecht und Steuerrecht.
  • April: Prozesskostenhilfe; Vertragsgestaltung; das strafrechtliche Mandat.

Der Kompaktkurs richtet sich insbesondere auch an Rechtsreferendare. Dementsprechend werden im Rahmen des Kurses auch die examensrelevanten Gebiete des materiellen Rechts sowie des Verfahrensrechts intensiv behandelt. Zudem finden jeden Monat spezielle Veranstaltungen zur Examensvorbereitung, insbesondere zur Vorbereitung auf die mündlichen Prüfung statt. Geplant sind unter anderem folgende Veranstaltungen:

  • Februar: Prüfungstraining (Aktenvorträge, insbesondere aus dem Zwangsvollstreckungsrecht; Simulation einer mündlichen Prüfung mit erfahrenen Prüfern).
  • März: Prüfungstraining (Aktenvorträge zum Strafrecht, Arbeitsrecht sowie Handels– und Gesellschaftsrecht; Simulation einer mündlichen Prüfung mit erfahrenen Prüfern).
  • April: Prüfungstraining (Aktenvorträge, insbesondere aus dem Öffentlichen Recht; Simulation einer mündlichen Prüfung mit erfahrenen Prüfern).

Die Kosten

Bei Buchung des gesamten Bielefelder Kompaktkurses fallen Gebühren in Höhe von 590 € an. Entscheidet man sich dafür, nur einzelne Monatsmodule zu buchen, betragen die Kosten 240 € pro Modul.

Als Ausbildungskosten können die Gebühren von der Steuer abgesetzt werden. Wenn man sich dazu entschließt, den Bielefelder Kompaktkurs erst nach dem Bestehen des zweiten Examens zur Vorbereitung auf den Berufseinstieg zu besuchen, kommt auch möglicherweise eine Förderung durch die Arbeitsagentur in Betracht.

Sofern man sich für den Masterstudiengang einschreibt, im Rahmen dessen der Bielefelder Kompaktkurs zu absolvieren ist, so sind die Gebühren für den Kompaktkurs bereits in den Studiengebühren (1475 € pro Semester) enthalten.

Die Anmeldung und Zuweisung zum Bielefelder Kompaktkurs

Die Anmeldung erfolgt grundsätzlich beim Institut für Anwalts– und Notarrecht der Universität Bielefeld. Dazu steht auf der Homepage ein Anmeldeformular zum Download bereit. Grundsätzlich sind die Teilnehmerzahlen für die Module beschränkt. Man sollte sich also frühzeitig anmelden. Weitere Infos erhält man beim Institut telefonisch unter 0521/106-3924 (Frau Fiedler-Hahn) oder per E-Mail unter info@kompaktkurs.de.

Um den Bielefelder Kompaktkurs in das Referendariat zu integrieren und die drei Monate auf die Referendarzeit anrechnen zu lassen, bedarf es einer Zuweisung durch die zuständige Referendarabteilung. Eine solche Zuweisung erfolgt regelmäßig ohne Probleme, da der Bielefelder Kompaktkurs in allen Bundesländern als Ausbildungsstelle anerkannt ist.

Lediglich in zeitlicher Hinsicht bedarf es gegebenenfalls einer gewissen Planung, da der Kurs stets von Februar bis April eines Jahres stattfindet. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang der „Zuweisungskalender“, der auf der Internetseite des Bielefelder Kompaktkurses zum Download bereit steht. Außerdem sollte man sich einfach rechtzeitig mit der zuständigen Referendarabteilung in Verbindung setzen. Hilfestellung bietet aber auch das Kompaktkursbüro (0521 – 106 – 3924).

Die Leistungsnachweise

Als Leistungsnachweis erhält man über jedes absolvierte Modul ein Zertifikat des Instituts für Anwalts– und Notarrecht, das die im Kurs vermittelten Kenntnisse nachweist. Allein dieses Zertifikat ist sicherlich ein wertvolles Zeugnis, das die eigene Bewerbung von den Bewerbungen anderer Referendare abhebt.

Der „Master der Rechtsgestaltung und Prozessführung (LL.M.)“

Seit dem Wintersemester 2006/2007 bietet die Universität Bielefeld den neuen Masterstudiengang „Rechtsgestaltung und Prozessführung“ an. Bestandteil des Masters ist der Bielefelder Kompaktkurs, sodass alle Absolventen des Kompaktkurses nun die Möglichkeit haben, im Anschluss an den Kurs einen LL.M.-Abschluss zu erwerben.

Ziel des Masterstudiengangs ist es, den Absolventinnen und Absolventen vertiefte Kenntnisse in den zentralen anwaltlichen Tätigkeitsbereichen der Rechtsgestaltung, Rechtsberatung und Prozessführung zu vermitteln. Sie sollen dadurch zu einer hochqualifizierten Tätigkeit in der rechtsberatenden Praxis befähigt werden.

Zulassungsvoraussetzungen

Voraussetzung für die Zulassung zum Masterstudium sind die bestandene erste Staatsprüfung sowie „eine mindestens einjährige einschlägige berufliche oder praktische Erfahrung“. Die letztgenannte Voraussetzung wird durch das Referendariat erfüllt.

Der Antrag auf Zulassung kann online ausgefüllt werden. Dazu steht auf der Seite der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Uni Bielefeld ein entsprechendes Online-Formular zur Verfügung.

Inhalt, Aufbau und Dauer des Masterprogramms

Der Studiengang „Master der Rechtsgestaltung und Prozessführung (LL.M.)“ ist auf 2 Semester angelegt. Das Studium beginnt dabei stets im Januar eines Jahres und endet im November.

Bestandteil des LL.M.-Studiums sind insgesamt 6 Module, die folgenden Inhalt haben:

Modul I: Januar und Februar

Modul I/1 (Januar) ist ein einführendes Kolloquium. Das Kolloquium findet voraussichtlich blockweise (an einzelnen Nachmittagsveranstaltungen) statt. Das einführende Kolloquium hat folgenden Gegenstand: „Strukturierte Einarbeitung in die Anwaltliche Denk- und Arbeitsweise und in die anwaltlichen Tätigkeitsbereiche der Rechtsgestaltung, Rechtsberatung und Prozessführung durch angeleitetes Literaturstudium“.

Modul I/2 „Zivil– und Verwaltungsrecht“ (Februar) entspricht dem ersten Modul des Bielefelder Kompaktkurses. Es findet eine Leistungskontrolle statt.

Modul II: März

Das Modul II „Zivil-, Straf– und Arbeitsrecht“ ist deckungsgleich mit dem zweiten Modul des Bielefelder Kompaktkurses. Auch hier ist eine Leistungskontrolle zu absolvieren.

Modul III: April

Das Modul III „Zivil– und Wirtschaftsrecht“ entspricht dem dritten Monatsmodul des Bielefelder Kompaktkurses. Es findet eine Leistungskontrolle statt.

Modul IV: Mai

Modul IV hat das „Wirtschafts-, Steuer-, Europarecht und IPR“ zum Gegenstand. Es findet eine Leistungskontrolle statt.

Modul V: Juni bis August

Das Modul V ist ein Kolloquium, das der Vorbereitung auf die anschließende Masterarbeit dient. Gegenstand dieses Moduls sind insbesondere: „Themensuche für die Masterarbeit. Individuelle Betreuung der ersten Schritte bei der Anfertigung der Masterarbeit. Vor dem Hintergrund der ins Auge gefassten konkreten Masterarbeit intensive und spezifizierte Wiederholung des erworbenen Wissens aus den Grundmodulen im Selbststudium“. Die Durchführung ist blockweise – ähnlich dem Modul I.

Modul VI: September bis November

Im Modul VI fertigt man selbständig die Masterarbeit an. Für diese Arbeit sind drei Monate vorgesehen.

Prüfungsleistungen

Soweit in den Modulen Leistungskontrollen stattfinden (Module I, II, III und IV), handelt es sich dabei regelmäßig um eine Klausur, die laut Studienordnung zwischen 180 und 300 Minuten dauern soll.

Die Masterarbeit wird selbständig innerhalb von maximal drei Monaten erstellt. Natürlich hat man stets die Möglichkeit, Rücksprache mit dem betreuenden Professor zu halten.

Wahl eines Schwerpunkts

Nach § 15 der Studienordnung kann im Masterstudiengang ein Schwerpunktzusatz gewählt werden. So ist es für die Kandidaten möglich, sich gleich im Rahmen des LL.M.-Studiums zu spezialisieren. Folgende Schwerpunkte sind möglich:

  • Master der Rechtsgestaltung und Prozessführung mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht
  • Master der Rechtsgestaltung und Prozessführung mit dem Schwerpunkt Familien– und Erbrecht
  • Master der Rechtsgestaltung und Prozessführung mit dem Schwerpunkt Strafverteidigung

Möchte man den LL.M. mit Schwerpunktzusatz erwerben, muss man in dem gewählten Schwerpunkt eine Leistungskontrolle absolvieren und die Masterarbeit in diesem Rechtsgebiet anfertigen. Beide Prüfungsleistungen müssen schließlich mit vollbefriedigend oder besser bewertet worden sein.

Kosten des Masterstudiengangs

Für das LL.M.-Studium fallen Studiengebühren in Höhe von 1475 € pro Semester an. Da das Studium auf zwei Semester angelegt ist, entstehen also Kosten in Höhe von 2950 €. Im Vergleich zu einem LL.M.-Studiengang im Ausland ist das Master-Studium „Rechtsgestaltung und Prozessführung“ sicherlich eine sehr günstige Möglichkeit, einen auf die Anwaltschaft zugeschnittenen LL.M. zu erwerben.

Kontakt für Rückfragen / weitere Infos

Für Rückfragen stehen die Mitarbeiter am Institut für Anwalts– und Notarrecht zur Verfügung. Der Kontakt ist möglich telefonisch unter 0521/106-3924 (Frau Fiedler-Hahn) oder per E-Mail unter info@kompaktkurs.de.

Erfahrungsberichte

Derzeit ist uns nur ein online abrufbarer Erfahrungsbericht zum Bielefelder Kompaktkurs bekannt: